Ausverkauft : Reiner Palkus feiert fulminanten Abschied

Die Nordmarkhalle war gut gefüllt.
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Die Nordmarkhalle war gut gefüllt.

30. und letzte Show in der Nordmarkhalle / Moderator präsentierte an zwei Abenden Feuerwerk der Comedy, Musik und Artistik

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21. Januar 2018, 11:37 Uhr

Bei der 30. und letzten Reiner-Palkus-Show war die Nordmarkhalle am Freitagabend gut gefüllt, am Sonnabend aber ausverkauft: Schon mehr als eine Stunde vor Beginn drängten sich die Leute im Foyer. Hinter der Bühne entspannten sich die Künstler und scherzten. Im Zimmer von Reiner Palkus standen bequeme Sessel. Seine Künstlerfreunde Holger Jensen und Marco Klotzbücher vom Duo „De Brotbüdels“, „Herr Niels“ und Hans-Hermann Thielke saßen gut gelaunt zusammen. Palkus’ Entscheidung, aufzuhören, bedauern sie sehr. Er habe Einmaliges aufgebaut.

Nach einer Videobotschaft des künftigen Veranstalters Wulf Mey begrüßte Reiner Palkus die Berliner Rockband „Ageless“. Seit 1995 begleitet sie die Show und stimmte die Zuhörer mit ihren Songs ein. Nach einer beeindruckenden Drummer-Einlage sangen die Musiker den „Reiner-Palkus-Abschiedsblues“. Der Schlagzeuger animierte die Zuhörer mitzumachen. Dasselbe gelang auch den beiden „Brotbüdels“: Holger Jensen erzählte als Postbeamter seine Erlebnisse auf der Reeperbahn und im Krankenhaus launig auf Platt. Als witziger Bauchredner begeisterte er mit der Puppe „Opa“. Tausendsassa Marco Klotzbücher sprang als Florian Silbereisen im weiß-blauen Anzug mit seiner „Steyrischen“ Handharmonika auf die Bühne und heizte die Stimmung mit „Trompetenecho“ und bayerischer Lebensart auf. Zu Herzen ging das Lied „Der Herrgott hat sich übertroffen, als er Schleswig-Holstein schuf“.

Auch Comedian Hans-Hermann Thielke, Deutschlands bekanntester Beamter, erzählte aus seinem wechselvollen Berufsleben in der Post, wo „Humor und Witztechnik“ groß geschrieben wird. So durfte er in einem Spaßaufbau-Lehrgang der Frage nachgehen, wie die Postabfertigung im Schalterhallen-Nahbereich humorvoll gestaltet werden kann. Eine beinahe schwerelos und sagenhaft gestaltete Pantomime mit flüchtender Flasche und „schwerelosem Luftballon“ zeigte „Herr Niels“.

Nach der Ankündigung „Frauen müssen auch auf die Bühne“ erschienen zwei junge Sängerinnen der Formation „Suchtpotenzial“. Sie präsentierten das Lied „Ich will ’nen Bauer“ und einen „echten“ Chanson, bei dem weder auf die Musik noch auf den Text, sondern auf die richtige Haltung geachtet werden sollte. Das kam beim Publikum ebenso gut an wie die sehr artistische und rasante Diabolo-Vorführung der „süßen Jungs“ von „Twin Spin“.

Als Finale spielte Klavier-Comedian Martin Lücker irrwitzige Medleys quer durch die Schlagerwelt der 1950er- bis 1980er-Jahre. Nach mehr als drei Stunden Programm zollte das Publikum den Künstlern kaum enden wollenden, stehenden Applaus. Danke Reiner Palkus!

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