Demografie : Region Rendsburg wird älter

Haben die Entwicklung der Region im Blick: Kreis-Demografie-Beauftragter Torsten Düwel (links) sowie die Geschäftsführer der Aktiv-Region Anja Engler und Marco Neumann.
Haben die Entwicklung der Region im Blick: Kreis-Demografie-Beauftragter Torsten Düwel (links) sowie die Geschäftsführer der Aktiv-Region Anja Engler und Marco Neumann.

Anteil der Rentner wächst in 15 Jahren um 25 Prozent. Vortrag bei Versammlung der Aktiv-Region.

shz.de von
18. Mai 2018, 09:12 Uhr

Rendsburg | Der Altersdurchschnitt im Großraum Rendsburg wird während der kommenden 15 Jahre steigen. Es wird mehr Ältere und Hochbetagte geben. Das kündigte Torsten Düwel, Demografie-Beauftragter des Kreises Rendsburg-Eckernförde, während der Mitgliederversammlung des „Vereins der lokalen Arbeitsgruppen (LAG) Eider und Kanalregion (Aktiv-Region)“ im Nordkolleg an. Er hielt einen Vortrag unter dem Titel „Demografische Entwicklungen in der Eider- und Kanalregion Rendsburg“. Anhand eines umfangreichen Zahlen- und Grafikwerks blickte er 15 Jahre zurück und 15 Jahre nach vorn. Mit größter Vorsicht schloss er aus der Vergangenheit in die Zukunft.

Die Einwohnerzahl im Kreis könnte bis 2030 um etwa 9500 Menschen (3,5 Prozent) sinken. Die Altersgruppe „65+“ nimmt voraussichtlich um 25 Prozent zu. Die Zahl jüngerer Menschen im arbeitsfähigen Alter geht jedoch kreisweit zurück. Das trifft besonders den ländlichen Raum: Ältere ziehen in die Stadt, weil Ärzte, Geschäfte und soziale Kontakte dort fußläufig leicht erreichbar sind. Umgekehrt wird für jüngere Familien mit Kindern das Landleben interessanter – sofern es dort gute Schulbus-Verbindungen und Geschäfte gibt. Bezahlbare Wohnungen und Häuser sind reichlich vorhanden.

„Wir sind mittendrin im demografischen Wandel mit allen Herausforderungen für die Daseinsvorsorge.“ Es bestehen Bedarfe nach Barrierefreiheit, bezahlbarem und bedarfsgerechten Wohnraum, Einkaufsmöglichkeiten und ärztlicher Vorsorge. Kleinere Orte profitieren dabei von der Nähe zu Zentren wie Rendsburg-Büdelsdorf, Hanerau-Hademarschen, Hohenwestedt und Nortorf.

Von guten Erfahrungen berichtete Gero Neidlinger, Bürgermeister der Gemeinde Borgstedt und Vorstandsmitglied der Aktiv-Region: „Wenn die Bedingungen stimmen, bleiben Ältere gern vor Ort und ziehen um in Seniorenwohnanlagen. In ihre Häuser ziehen junge Familien ein. Das belebt die Neubaugebiete von damals. Bei uns wird auf einem jahrelang nicht genutzten Kinderspielplatz wieder gespielt.“

73 000 Menschen leben in Eider- und Kanalregion

Zur Eider- und Kanalregion Rendsburg gehören 24 Kommunen mit rund 73 000 Einwohnern. Sie umfasst Alt Duvenstedt, Borgstedt, Bovenau, Brinjahe, Embühren, Fockbek, Haale, Hamweddel, Haßmoor, Hörsten, Jevenstedt, Luhnstedt, Nübbel, Ostenfeld, Osterrönfeld, Rade, Rickert, Schacht-Audorf, Schülldorf, Schülp bei Rendsburg, Stafstedt, Westerrönfeld, Büdelsdorf und Rendsburg.

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