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Funkloch in Rendsburg : Rauschen auf allen Kanälen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Bermuda-Dreieck liegt in Rendsburg: Seit Jahren ist der Radio- und Handyempfang in der Nähe des Eiderparks gestört. Ursache ist vermutlich ein Funkturm in der Wyker Straße.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2016 | 06:00 Uhr

Rauschen, Knacken, Sendersprünge im Autoradio – oder gleich Totalausfall. Empfangsstörungen beim Handy. Wenn Rendsburger sich in der Nähe des Eiderparks im Dreieck Wyker Straße, Friedrichstädter Straße und Schleswiger Chaussee bewegen, erleben sie mitunter einen Funkempfang, als würden sie durch den Kanaltunnel fahren. Obwohl das Problem seit vielen Jahren besteht, erfuhr die zuständige Bundesnetzagentur erst jetzt davon, nachdem Leser der Landeszeitung darauf aufmerksam machten. Jetzt kommen Experten in die Stadt, um den Fehler zu finden – und Abhilfe zu schaffen.

„Kaum ein Sender geht im Auto noch“, sagt Oke Hansen, der bei der Baufirma Ditting in der Wyker Straße arbeitet. Im Büro dagegen funktionierten alle Geräte ohne Fehler. Kunden des Modehauses Vögele in der Friedrichstädter Straße berichten von Rauschen, Sprüngen zwischen Sendern oder komplettem Ausfall des Autoradios, wenn sie die Straßen um den Funkturm entlangfahren.

Zu denen, die sich seit langem über das Funkloch wundern, zählt Hans Valdorf, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Region Rendsburg: „Meine Frau hatte vor dem Modegeschäft geparkt. Als sie vom Einkaufen zurückkam, reagierte der Wagen nicht mehr auf das Signal des Autoschlüssels. Sie hat dann unseren Autohändler angerufen, der das Auto mit einem Ersatzschlüssel manuell öffnete.“ Dasselbe wiederholte sich einige Tage später. Außerhalb des betroffenen Gebietes funktionierte der Schlüssel wieder. Denny Herbst, Angestellter des Autohändlers „Halla’s“ gleich neben dem Modehaus, kennt dagegen keinen solchen Fall.

„Auch beim Handy ist der Empfang ganz schlecht“, sagt Passantin Katja Roth, die in der Wyker Straße spazieren geht. „Das ist so, seit ich vor fünf Jahren hierher gezogen bin.“ Eine in der Nähe arbeitende Dame sagt, dass schon ihr Vater von Ähnlichem zu berichten wusste, „als Anfang der 80-er die ersten Antennen an den Turm kamen“.

Dennoch sind bei der Bundesnetzagentur bisher keine Meldungen von Rendsburgern eingegangen, so Pressesprecher der Behörde Fiete Wulff. „Normal sind solche Störungen nicht, und sie sollten auch nicht sein.“ Ursache könnten falsch eingestellte Sendeleistungen oder ungenügende Abschirmungen sein. Auch die Möglichkeit eines Störsenders könne man nicht ausschließen. Für Menschen, auch mit Herzschrittmachern, bestehe keine Gefahr. „Die Störungen betreffen nur verschiedene Funkfrequenzen untereinander und haben sonst keine Auswirkungen“, so der Pressesprecher. „Es müssen von den Betreibern Grenzwerte eingehalten werden, die für Menschen unbedenklich sind.“ Selbst ein Überschreiten dieser Werte, wie es im vorliegenden Fall möglich ist, sei noch längst nicht problematisch.

Genaueres werde man noch in dieser Woche prüfen. Mit speziellen Messgeräten wird festgestellt, ob und was für eine Störung vorliegt und von welchem Anbieter sie ausgeht. Denn in der Regel nutzen diverse Betreiber ein und dieselbe Anlage. Neben Rundfunkstationen sind dies etwa Mobilfunkunternehmen. „Ist die Quelle gefunden, wird der Betreiber informiert und zum Beheben des Fehlers aufgefordert“, erklärt Wulff.

Das Bermuda-Dreieck der Rendsburger Funklandschaft könnte sich also bald auflösen. Das wiederum wäre für einige der Anwohner mittlerweile gewöhnungsbedürftig. Ulla Kathmann, Kundin bei Vögele: „Man würde sich wundern, wenn es hier im Radio nicht mehr rauscht.“

> Bei Funkstörungen hilft die Bundesnetzagentur unter der Rufnummer 04821  /  89  55  55 oder per E-Mail: funkstoerungen@bnetza.de.




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