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Emkendorf : „Ratten“ werden besonders geliebt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„24 Stunden von Kleinvollstedt“: Corrado Club präsentierte liebevoll restaurierte und absichtlich heruntergearbeitete Autos in Emkendorf.

Die Freunde ausgefallener Fahrzeuge der Marke VW konnten am vergangenen Wochenende in Kleinvollstedt voll auf ihre Kosten kommen. Von 10 Uhr Sonnabendvormittag bis 10 Uhr Sonntagvormittag fanden dort die „24 Stunden von Kleinvollstedt“ statt, an denen erneut über 400 Autobegeisterte mit ihren Fahrzeugen teilnahmen. Bei sonnigem Wetter besuchten dann auch gut 2000 kleine und große Gäste das Spektakel, zu dem der Corrado Club Schleswig-Holstein zum mittlerweile 11. Mal eingeladen hatte.

Glänzender Lack, kraftstrotzende Motoren und bis in das letzte Detail veredelte Innenräume – jedes Fahrzeug war ein Unikat für sich. „Im Gegensatz zum Vorjahr gibt es dieses Mal sogar 30 Pokale mehr zu gewinnen“, verriet der Vorsitzende des Clubs, Kay Vogt. Dies sei nötig gewesen, da es mittlerweile einige neue Modellreihen gebe, die es in ihrer eigenen Klasse ebenso zu bewerten galt. Karosserie, Lack, Fahrwerk, Motorraum, Innenraum und Felgen waren dabei nur einige der Bewertungskriterien, die die unabhängigen Preisrichter zu beurteilen hatten. Während das herausragendste Fahrzeug mit dem „Best of Show“ ausgezeichnet wurde, gab es auch einen Preis für die „Beste Ratte“. „Das sind Autos, die provokant das genaue Gegenteil der ‚Show & Shine‘ Fahrzeuge darstellen“, erklärte der Vorsitzende. Teilweise werden dabei die Lackoberflächen herunter geschmirgelt, damit sie anfangen zu rosten. Ist der gewünschte Effekt eingetreten, wird die Oberfläche natürlich wieder versiegelt, um die „neue Optik“ auch dauerhaft zu erhalten.

Mit „Paul der Ratte“ nahm dann auch Sören Dethlefsen aus Dithmarschen an dem Treffen teil. Verschiedenfarbige Felgen, eine verrostete Motorhaube und ein Dachgepäckträger mit Accessoires, die die meisten schon lange entsorgt hätten, zeichneten den Golf genauso aus wie die mit Edding-Stiften beschrifteten Einzelteile der Karosserie. Gut drei Jahre „Entwicklungsarbeit“ hat das ursprünglich schwarze Fahrzeug bereits hinter sich. „Das Auto entwickelt sich ständig weiter – mir fällt immer wieder etwas neues ein“, konnte der kreative Rattenliebhaber bestätigen. Gemeinsam mit zwei Bekannten ist sogar die „Dithmarscher Rattenplage“ entstanden. „Für mich ist aber genauso wichtig, dass der Golf nach wie vor funktionsfähig bleibt“, betont Dethlefsen, der den Wagen im Alltag nutzt.

Das genaue Gegenteil von „Paul der Ratte“ ist der VW-Beetle-Pickup-Umbau, den Sibylle und Wolfgang Hamann mit dem Karosseriebauer Erik Sigel in unzähligen Arbeitsstunden erschaffen haben. „Wir haben dafür zwei Beetle gebraucht, einen für den vorderen Teil, einen für den hinteren“, berichtete Sibylle. Desweiteren wurden nur feinste Materialien verbaut: 30 Jahre abgelagertes Mahagoniholz für die Ladefläche sowie Leder und Holz für den kompletten Innenraum. „Und mit Fernseher und Rückfahrkamera haben wir uns noch etwas High-Tech gegönnt“.

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