zur Navigation springen
Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 02:02 Uhr

Kanalgeflüster : Rathaus-Pendler

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Von Frank Höfer

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 16:39 Uhr

Wer ohne Ticket Bahn fährt, bleibt nicht lange unentdeckt. 40 Euro, bitte. Schwarzfahren ist völlig zu Recht ein teurer Spaß. Anders an diesem Wochenende auf der sonst unbefahrenen Strecke zwischen dem Rendsburger Bahnhof und Seemühlen-Nord. Die Fahrt in der Stadtbahn ist auch in diesem Jahr kostenlos. Schwarzfahren ist Programm. Für Menschen mit Behinderung gibt es jedoch ein Problem. Für sie ist nur in Rendsburg ein barrierefreier Zugang möglich. Die Stationen Kronwerk, Mastbrook und Büsumer Straße sind nur mit provisorischen Einstiegsplattformen ausgerüstet. Rampen fehlen. Das ist ärgerlich, ja. Aber ein Grund, sich aufzuregen, ist es nicht. Muss denn bei einem zweitägigen Probelauf alles perfekt sein? Nein, muss es nicht. Zumal es ja in der Stadt viele nette Bürgerinnen und Bürger gibt, die Menschen im Rollstuhl helfen, wenn es einen Absatz zu überwinden gibt.

Günter Lüttens würde sicher assistieren. Er ist ein Mann der Tat. Wer einen Dieb im Polizeigriff abführt und hinter Schloss und Riegel dingfest macht, bis die leibhaftige Polizei vor Ort erscheint, hat Entschlossenheit bewiesen. Seit Jahren dringen Einbrecher immer wieder in Rendsburger Schulen ein und entwenden alles, was sich zu Geld machen lässt. Und jetzt das. Ein Hausmeister greift durch. Zur Nachahmung ist der Zugriff à la Lüttens jedoch nicht zu empfehlen. Der HeLa-Hausmeister hat auch Glück gehabt. „110“ wählen bleibt der sicherste Weg.

Und nun also Fockbek. Holger Diehr versucht es nochmal. Der Polizeibeamte, der noch für die CDU in der Ratsversammlung sitzt, will hauptamtlicher Bürgermeister der Vorortgemeinde werden – als unabhängiger Bewerber, da die Ehrenamt-gläubige CDU keinen eigenen Kandidaten aufstellen will.

Nur mal angenommen, Diehr gewinnt die Wahl am 10. November. Dann käme es zu einer kuriosen Konstellation, was die Wohnorte der beiden Verwaltungschefs angeht. Gilgenast wohnt ja weiter in Fockbek. Und Diehr wohnt in Rendsburg. Zwar an der Grenze zu Fockbek, aber knapp daneben ist auch vorbei.

Vielleicht treffen sie sich dann ja bald an einer Haltestelle der Vorortbahn. Beide auf dem Weg zur Arbeit. In entgegengesetzter Richtung.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen