Rantzau-Kaserne: Erster Investor stellt Pläne vor

Jens Schöttler (links) aus Ehndorf und  Investor Gustav Jürgen Tietje aus Nortorf stellten ihre Pläne für die Rantzau-Kaserne vor.
Jens Schöttler (links) aus Ehndorf und Investor Gustav Jürgen Tietje aus Nortorf stellten ihre Pläne für die Rantzau-Kaserne vor.

Der Nortorfer Unternehmer Gustav Jürgen Tietje teilt das Gelände in fünf Bereiche

shz.de von
31. Oktober 2013, 00:33 Uhr

Was wird aus der Rantzau-Kaserne nach dem Abzug der Bundeswehr? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Boostedter Ausschuss für Konversion und Gemeindeentwicklung. Am Dienstag stellte ein erster Investor seine Ideen zur Nachnutzung des rund 125 Hektar großen Geländes vor: der Nortorfer Unternehmer Gustav Jürgen Tietje. Begleitet wurde der aus der Logistikbranche stammende Tietje dabei von dem Ehndorfer Jens Schöttler, der als Geschäftsführer der Hamburger e3-GmbH (erneuerbare energien europa), seinen Part zu dem Projekt vortrug.

Nach den Ideen des Bewerbers, der das komplette Gelände übernehmen will, soll dies in fünf Teile gegliedert werden. Auf einem Areal ist ein Servicehof für Lkw mit Tankstelle, Rasthof, Reparatur- und Lackierwerkstätten sowie Waschanlage und weiteren Handwerksbetrieben vorgesehen. „Es ist kein Logistikstandort geplant, bei dem ständig Lkw ein- und ausfahren. Vielmehr soll es ein zentraler Stützpunkt für Wartungs- und Reparaturarbeiten werden“, sagte Tietje. Zu erwarten seien dort zwischen 20 und 40 Fahrzeuge am Tag, die über die nördliche Kasernenzufahrt geführt würden.

Dies gilt auch für den zweiten Teil, wo abgebaute Windkraftanlagen wieder verwertet werden sollen. Jens Schöttler, dessen Firma sich mit dem Verkauf von aufgearbeiteten Anlagen beschäftigt, erklärte dazu: „Voraussichtlich werden in den kommenden Jahren rund 1 000 Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein zurückgebaut. Aus diesem Potenzial gedenken wir zu schöpfen. Dafür brauchen wir Platz, Gebäude und Arbeitskräfte.“

Im heutigen Sanitätsbereich der Kaserne plant der Investor ein Gesundheitszentrum. Hier sollen Rehabilitation, eine Zentralapotheke und weitere Gesundheitswerkstätten und -einrichtungen angesiedelt werden. „Genaue Inhalte dazu liegen noch nicht vor, aber es gibt großes Interesse bei einigen Leuten in eine solche Anlage hier in Boostedt zu investieren“, berichtete Tietje. Auf dem verbleibende Terrain könnten ein Reiterhof und ein Sporthotel stehen.

Doch alle Planungen hängen in erster Linie von der Entscheidung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ab. Diese hat die Aufgabe, das freiwerdende Areal für den Bund zu vermarkten. Sie ist damit eigentliche Vertragspartnerin für Investoren. Die ersten Ausschreibungen der Bundesanstalt sind laut dem Ausschussvorsitzenden Rüdiger Steffensen für 2014 geplant. Da jedoch die Gemeinde die Planungshoheit über das Gelände hat, wollen die Boostedter zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Entwicklungsprozess auf dem Gelände mitgestalten.





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