Raubüberfall : Räuber verletzten Kaufhaus-Detektivin

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Zwei Personen werden wegen Räuberischen Diebstahls im Real-Markt gesucht – die Ladendetektivin hatte sie ertappt. Sie konnten jedoch flüchten, nachdem sie einen Mitarbeiter mit einem Messer bedrohten.

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13. Mai 2015, 10:56 Uhr

Die Hausdetektivin des Real-Marktes in der Schleswiger Chaussee hat ein verstauchtes Handgelenk und ein tiefschwarzes Hämatom am Oberschenkel, was es ihr das Sitzen unmöglich macht. Die Verletzungen verdankt sie zwei Tatverdächtigen, die offenbar Rasierklingen aus dem Supermarkt stahlen. Die Detektivin beobachtete und stellte sie, wurde daraufhin jedoch zu Boden geschubst. Das Duo flüchtete und wird nun wegen räuberischen Diebstahls gesucht.

Die Detektivin stammt aus der Region Rendsburg, möchte namentlich aber nicht genannt werden, schließlich macht sie sich in ihrem Beruf automatisch bei Kriminellen unbeliebt – sechs Mal wurden ihr bereits die Autoreifen aufgeschlitzt. Zu Körperverletzungen während der Arbeit sei es aber in 18 Jahren erst drei Mal gekommen, berichtete sie. Pro Monat entdeckt sie durchschnittlich fünf bis sechs Diebstähle. Der Einsatz am Montag machte zunächst nicht den Anschein, als würde er aus dieser Reihe hervorstechen. Mit Hilfe von Überwachungskameras beobachtete die Detektivin einen Mann und eine Frau, die um 17 Uhr den Laden betraten, sich jeweils ein Paket Rasierklingen nahmen und in die Schuhabteilung gingen. Dort setzte sich der Mann. „Genau konnte ich es über die Kamera nicht erkennen, aber ich habe an der Armbewegung erkannt, dass er die Klingen ausgepackt und der Frau gegeben hat.“ Mit den leeren Verpackungen in der Hand seien die beiden dann hinüber zu den Taschen gegangen, um sie dort in einem Rucksack verschwinden zu lassen. Als das Duo den Kassenbereich hinter sich gelassen hatte ohne zu bezahlen, sprach die Detektivin sie an: „Entschuldigung, Sicherheitsdienst. Würden Sie mal mit ins Büro kommen?“ Das Paar sagte zwar nichts, wirkte aber kooperativ und folgte ihr, bis sie auf das Büro deutete. Dann schubste der Mann die Detektivin kräftig mit beiden Händen auf den Boden und flüchtete mit seiner Komplizin. Ein Mitarbeiter des Supermarktes verfolgte sie, zunächst mit der Absicht, sich das Kennzeichen des Fluchtwagens zu merken. Dazu kam es jedoch nicht. Als sie über den Parkplatz in Richtung B  77 gerannt waren, drehte sich der Mann zu seinem Verfolger um und bedrohte ihn mit einem Messer, woraufhin dieser die Verfolgung abbrach. Die beiden Tatverdächtigen flüchteten zu Fuß weiter über die dortige Leitplanke in Richtung B  77.

Die hinzugerufene Polizei nahm daraufhin die Beschreibung der Zeugen auf: Sie schätzen das Alter der Tatverdächtigen auf 30 bis 40 Jahre. Der Mann soll 1,80 Meter bis 1,90 Meter groß gewesen sein, die Frau 1,60 Meter bis 1,70 Meter und korpulent. Die Detektivin erinnert sich, dass die Frau ihre langen Haare zu einem Zopf gebunden hatte. Wie gut sie Deutsch sprachen, kann sie nicht beurteilen. „Die haben ja keinen Ton gesagt.“

Trotz der turbulenten Ereignisse am Montag und ihrer Verletzungen sagte die Detektivin, dass sie ihren Job gern macht. Der Adrenalinschub sei es, was sie an der Arbeit reizt. So erschien sie auch gestern gleich wieder zur Arbeit. „Von so etwas lasse ich mich nicht unterkriegen.“ >Die Kriminalpolizei Rendsburg erbittet Hinweise auf die Täter unter Telefon 0  43  31  /  20  80.

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