Für bessere Infrastruktur : Radler-Protest gegen Missstände

Unternehmen wöchentlich eine Feierabendtour: Bodo Schnoor (vorne links) und seine Mitstreiter vom ADFC in Rendsburg.
Unternehmen wöchentlich eine Feierabendtour: Bodo Schnoor (vorne links) und seine Mitstreiter vom ADFC in Rendsburg.

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Rendsburg ruft zu erster Sternfahrt auf. Vier Runden auf Tangente um Altstadt.

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03. Juni 2018, 11:22 Uhr

Rendsburg | Radfahrer stehen in Rendsburg oft auf dem Schlauch: Nachts ist die Fahrradstation am Bahnhof geschlossen. Wer nach 18 Uhr mit dem Zug ankommt, kann seinen Drahtesel nicht mehr auslösen. Morgens öffnet die Garage erst um 6 Uhr. „Wenn man sehr früh oder sehr spät pendelt, kann man sie nicht nutzen“, sagt Bodo Schnoor, Sprecher der Ortsgruppe Rendsburg des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Auf den Bau einer neuen Station warten viele Radler schon lange.

Zudem fallen die Aufzüge im Fußgängertunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal immer wieder aus. Radler müssen dann samt Fahrrad auf die Rolltreppe ausweichen oder einen Umweg über die Fähre Nobiskrug in Kauf nehmen.

Nicht zuletzt steht die Schwebefähre seit ihrer Havarie im Januar 2016 nicht mehr zur Verfügung. Auch Fußgänger vermissen sie schmerzlich.

Aus diesen Gründen ruft der ADFC Rendsburg erstmals zu einer Sternfahrt auf. Am heutigen Sonntag, dem Europäischen Tag des Fahrrads, startet um 13 Uhr jeweil eine Gruppe in Büdelsdorf am Parkplatz von Mobilcom-Debitel, Hollerstraße 126, in Fockbek auf dem Dorfplatz an der Rendsburger Straße und im Gewerbegebiet Rendsburg-Süd, südlich der Bundesstraße 202 am Ende der Straße Zum Hafen. „Wir fahren so langsam, dass Familien mit Kindern nicht abgehängt werden.“ Ziel ist der Schiffbrückenplatz, den die Teilnehmer gegen 13.30 Uhr erreichen wollen. Von dort aus werden sie viermal auf dem Tangentenring die Altstadt umrunden. Die Radler fahren im geschlossenen Verband auf der inneren Spur, sodass die äußere Fahrbahn für den Autoverkehr frei bleibt.

Je nach Tempo kehren sie gegen 15 oder 15.30 Uhr auf den Schiffbrückenplatz zurück. Bei einer Kundgebung wollen sich der ADFC-Landesvorsitzende Thomas Möller und Bodo Schnoor äußern. „Wir wollen einfordern, dass mehr für Radfahrer getan wird“, so Schnoor. Er rechnet mit 100 bis 200 Teilnehmern. Zusagen erhielt er von ADFC-Ortsgruppen in Kiel, Eckernförde, Neumünster, Kellinghusen, Heide und Hohn.

Gäste von weither können sich Touren anschließen. Dierk Wolfgramm führt eine Gruppe an, die um 10 Uhr am Rathaus in Kronshagen startet. Reinhard Lohmeyer begleitet Radler ab 11.30 Uhr vom Bahnhof Owschlag nach Büdelsdorf. Hinni Delfs führt einen Tross ab 12.15 Uhr von Hohn (Springbrunnen) nach Fockbek. Torben Frank nimmt Radler um 12 Uhr vom Kirchplatz in Jevenstedt nach Rendsburg-Süd mit. > sternfahrt.adfc-rd.de

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