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Im Untergrund : Radfahrer haben unter dem Kanal ein Problem

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Nord-Fahrstuhl ist seit Wochen defekt. Reparatur für nächste Woche versprochen. Kostenloser Taxi-Transfer für Rollstuhlfahrer.

Die Kanalverwaltung scheint die technischen Probleme auf der Schwebefähre in den Griff bekommen zu haben. Seit Anfang November wurden keine Ausfälle mehr gemeldet. Davor sorgten sieben Defekte innerhalb von zwei Monaten für Schlagzeilen. Auf der Ausweichstrecke für Radfahrer und Fußgänger gibt es jedoch nach wie vor ein Hindernis. Der nördliche Fahrstuhl des Fußgängertunnels ist außer Betrieb. Alle Radfahrer und Fußgänger sind seit Wochen gezwungen, auf die Rolltreppe auszuweichen. Für Rollstuhlfahrer ist dieser Weg unpassierbar.

„Das Innengetriebe des Aufzugs ist defekt“, sagt Jörg Winkelmann, Außenbezirksleiter beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse sei der Ausbau schwierig und langwierig gewesen, so Winkelmann. Das defekte Teil habe extra angefertigt werden müssen. Mit dem Einbau und der Wiederinbetriebnahme des Fahrstuhls rechnet die für die Kanal-Querung zuständige Behörde kommende Woche.

Im Oktober hatten Passanten mit einer weiteren Panne zu kämpfen: Eine der Rolltreppen auf der Südseite des Fußgängertunnels fiel aus. Auch dort hatte ein für den Antrieb wichtiges Bauteil schlapp gemacht und musste ersetzt werden. Der Unannehmlichkeiten für Radfahrer durch den aktuellen Fahrstuhl-Fauxpas ist sich die Kanalverwaltung bewusst: „Wir haben einen Sicherheitsdienst bestellt, der rund um die Uhr vor Ort ist und beim Tragen der Räder hilft“, sagt Jörg Winkelmann. Für alle Rollstuhlfahrer bleibt der Fußgängertunnel trotz der helfenden Hände unüberwindbar. Für sie wäre der Weg über die Rolltreppen viel zu gefährlich. Mit 55,9 Metern gehören die Fahrtreppen zu den längsten ihrer Art in Westeuropa. Wie Winkelmann auf Nachfrage mitteilte, stellt die Kanalverwaltung Rollstuhlfahrern, die keine Alternative zum Fußgängertunnel haben, kostenlos ein Taxi zur Verfügung. Bezahlt werde nur der Transfer zwischen den beiden Zugängen, betonte der WSA-Mann. Bisher habe jedoch kaum ein Rollstuhlfahrer von dem Angebot Gebrauch gemacht. Was nicht verwunderlich ist: An den Eingängen fehlen jeglicher Hinweis auf diesen Service. Rollstuhlfahrer werden nicht gesondert vor der Sackgasse gewarnt. Über dem Eingang zum Süd-Fahrstuhl glimmt lediglich ein vergilbtes Leuchtschild mit der Aufschrift „Aufzug Nord gesperrt“.

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erstellt am 18.Nov.2015 | 06:00 Uhr

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