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Rade : Rader Kanalfischer taucht in russischer Fotoschau auf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bild von Hans-Heinrich Brauer im „Museum des Weltozeans“ in Swetlogorsk zu sehen.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2016 | 06:00 Uhr

„Menschen am Meer“ – unter diesem Titel steht eine Fotoausstellung im russischen Swetlogorsk. Im dortigen „Museum des Weltozeans“ ist derzeit auch ein Bild aus hiesigen Gewässern zu sehen: Der Kanalfischer Hans-Heinrich Brauer wurde eigens für die Ausstellung fotografiert. Er bewirtschaftet ein Fischereigebiet auf einer 16 Kilometer langen Kanalstrecke von Schacht-Audorf bis nach Königsförde.

Die Aufnahme, die den 62-Jährigen bei seiner Rückkehr nach einer Fischer-Tour zeigt, ist Ende März entstanden. Das Foto bildet einen Teil seiner täglichen Arbeitsroutine ab. So ist Brauers Kahn mit etwa 200 Kilogramm Heringen beladen, das Gesicht des Kanalfischers von den Strapazen der Arbeit gezeichnet.

Fotograf Wolfgang Diederich aus Kiel hatte den Auftrag für das Foto vom Hansebüro-Kaliningrad erhalten. Dies hat seinen Sitz in der russischen Stadt an der Ostsee und fungiert gleichzeitig auch als Informationsbüro der Landesregierung Schleswig-Holstein. Büroleiterin Tatjana Pavlova erklärt: „Als Grundlage der Ausstellung dient die Sammlung eines deutschen Reisenden. Sie umfasst unter anderem Masken, Figuren und Waffen aus Indonesien, Nepal, Bali und Neuguinea. Im vergangenen Jahr wurde sie von einem russischen Unternehmer gekauft, der die Sammlung dem Weltozeanmuseum gespendet hat.“ Die Organisatoren hätten einen Saal der Ausstellung auch der Ostsee widmen wollen, so Pavlova. Derzeit sei dieser Bereich aber noch sehr klein und überschaubar. „Es gibt mehr Informationen über die Ostseeländer in Form von Infotafeln oder ausgelegten Broschüren als in Bildern.“ Es gebe aber Pläne, bald deutlich mehr Fotos auf interaktiven Bildschirmen zu zeigen.

Hans-Heinrich Brauer jedenfalls musste nicht lange überlegen, als Fotograf Diederichs bei ihm anfragte. Aufgeregt sei er ebenfalls nicht gewesen, als es darum ging, für die Ausstellung fotografiert zu werden. „Ich habe gleich zugesagt“, erzählt der Kanalfischer. Auch wenn Kaliningrad nicht gerade den Ruf hat, eine besonders schöne Stadt zu sein, überlegt er, gemeinsam mit Ehefrau Gerda eine Reise dorthin zu unternehmen, um sich sein Bild in Swetlogorsk anzusehen.

Dazu hat sich Wolfgang Diederichs bereits entschieden. „Ich werde in der ersten Juni-Woche hinfahren“, berichtet der pensionierte Lehrer, der die Fotografie mittlerweile als „Fulltime-Job“ bezeichnet. Abgesehen von einem Besuch im „Museum des Weltozeans“ hofft er schon jetzt darauf, auf der Reise viele interessante neue Motive vor die Kameralinse zu bekommen – ob mit oder ohne Bezug zur Ostsee.

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