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Zu Schnelle Lkw auf der A7 : Rader Hochbrücke: Landrat fordert mehr Kontrollen

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kaum ein Lkw-Fahrer hält sich an das Tempolimit auf der A7 über die Rader Hochbrücke – und gefährdet damit das marode Bauwerk.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Rendsburg | Auf Höhe des Schildes „Rasthof Hüttener Berge“ müsste es passieren. Der Lkw aus Holland, der Blumen geladen hat und auf der A7 gen Norden unterwegs ist, müsste jetzt langsamer werden. Erst 80, dann 60 Stundenkilometer für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen sind ab hier Pflicht. Doch der Lkw fährt weiter wie gehabt. Mit 80 Sachen rollt er auf die Rader Hochbrücke zu und hält das Tempo auf der Steigung. Die anderen Brummi-Piloten scheinen sich für das im September verhängte Geschwindigkeitslimit ebenfalls nicht zu interessieren. Kaum einer nimmt den Fuß vom Gas, viele scheren sich nicht um den vorgeschriebenen Mindestabstand von 25 Metern zum Vordermann.

Für die Rader Hochbrücke könnte das dramatische Folgen haben. Ein statisches Gutachten gibt ihre restliche Lebensdauer mit zwölf Jahren an. Um die Substanz zu schonen, ließ Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) das Tempolimit verhängen. Doch was ist, wenn sich kaum jemand daran hält? Nicht nur in der Region Rendsburg befürchten viele, dass die Brücke deutlich vor jenem Tag schlapp machen könnte, an dem der noch nicht beschlossene Nachfolgebau dem Verkehr übergeben wird.

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer sieht jetzt das Land in der Pflicht. „Ich bekomme Rückmeldung aus der Wirtschaft und von Pendlern, die darauf hindeuten, dass das Tempolimit auf der Brücke kaum Beachtung findet“, sagt Schwemer. Er fordert zum Schutz der Brücke eine effektivere Überwachung des Verkehrs und schlägt die „Section Control“ (Abschnittskontrolle) vor. Das Messverfahren war vor Wochen in Niedersachsen getestet worden. Dabei wird das Durchschnittstempo aller Autos auf einem bestimmten Verkehrsabschnitt ermittelt. Die Fahrzeuge werden zu Beginn und am Ende über ihr Kennzeichen zeitlich erfasst. Wer die Strecke von beispielsweise drei Kilometern zu schnell absolviert hat, bleibt gespeichert und erhält einen Bußgeldbescheid. Die übrigen Kennzeichen werden gelöscht. Auch Blitzersäulen mit Lasertechnik, die in Städten und an Autobahnen (Kasseler Berge) bereits im Einsatz sind, hält Schwemer für denkbar. „Falls die Abschnittskontrolle nicht möglich ist, bitte ich das Land, auf andere Weise dafür zu sorgen, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.“ Die Radarfalle dürfe gerne deutlich angekündigt werden – sie diene schließlich dem Schutz der Hochbrücke und nicht dazu, die Autofahrer abzukassieren.

Beim Landespolizeiamt hat man das Problem erkannt. „Unsere Fachleute untersuchen, welche stationäre Anlage für die Rader Hochbrücke in Frage kommt“, sagt Sprecher Lothar Gahrmann. Die Trennung zwischen Schwerlast- und Pkw-Verkehr mache die Tempomessung schwierig. „Eine solche Anlage muss vollautomatisch unterscheiden können, ob das Fahrzeug leichter oder schwerer als 7,5 Tonnen ist.“

Bereits jetzt wird auf der Rader Hochbrücke geblitzt – allerdings nur sporadisch. Nach Angaben des Verkehrsüberwachungsdienstes (VÜD) der Polizei in Neumünster gab es seit Einrichtung des Tempolimits drei Messtermine. Dabei fuhren zwischen 14 und 22 Prozent der Laster zu schnell. Polizeisprecher Wetzel: „Zwei Drittel der erfassten Lkw hatten ausländische Kennzeichen.“

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