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A7 bei Rendsburg : Rader Hochbrücke: Für Autofahrer wird es bis nächste Woche eng

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Brücke über dem Nord-Ostsee-Kanal muss durch den „TÜV“. Meter für Meter suchen Bauwerksprüfer nach Schäden.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 12:00 Uhr

Es gibt gemütlichere Arbeitsplätze: Hoch über dem Nord-Ostsee-Kanal wird die Rader Hochbrücke seit Montag auf Schäden untersucht. Bauwerksprüfer des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) nahmen am Montag einen von sechs Betonpfeilern in der Borgstedter Enge von außen unter die Lupe. Auch die Stahlkonstruktion darüber wurde Meter für Meter inspiziert.

Wegen der Arbeiten kommt es in dieser Woche noch bis einschließlich Donnerstag sowie am kommenden Montag und Dienstag zu Behinderungen für den Autoverkehr. Jeweils von 9 bis 15 Uhr stehen zunächst in Fahrtrichtung Süden und dann auf der anderen Brückenseite jeweils nur eine Spur zur Verfügung.

Grund für den Engpass ist ein Kran, dessen Ausleger die Arbeitsbühne für die Brückenprüfer in die richtige Position bringt. Das Spezialfahrzeug benötigt den Platz auf dem Hauptfahrstreifen. „Die Brücke wird per Hand geprüft“, erklärt Matthias Forster, Bereichsleiter Straßenbau beim LBV in Rendsburg. Ein Bauingenieur untersuche alle Teile des Bauwerks mit einem Hammer oder einem anderen Werkzeug auf Hohlstellen. 7500 Schrauben, 100 Kilometer Schweißnaht, 1457 Meter Stahl-Überbau und 28 Betonpfeiler werden auf diese Weise buchstäblich abgeklopft.

Nach Angaben aus dem Kieler Verkehrsministerium sind fünf Ingenieure und Techniker im Einsatz, um die Pfeiler auf Schäden abzusuchen. „Von Innen wurden in den letzten Wochen bereits sämtliche Pfeiler durchgeschaut. Glücklicherweise alle ohne besondere Auffälligkeiten“, sagt Sprecher Harald Haase. „Wir haben erste vorsichtige Anzeichen dafür, dass die errechnete Restlebensdauer der Brücke bis mindestens 2026 wohl keinesfalls verringern wird.“ Endgültige Aussagen werde man aber erst nach Auswertung aller Daten im November treffen können.

Nach einer Berechnung von Statikern wird die Brücke, die 2013 wegen maroder Pfeiler lange für Lastwagen gesperrt war, noch elf Jahre halten. Der Bund plant als Ersatz eine neue Autobahnbrücke. Der Neubau war im Februar der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH (Deges) übertragen worden. Das halbstaatliche Unternehmen will seine Gesamtplanungen bis Ende 2022 abschließen und dann mit dem Bau des ersten Teils der Brücke beginnen.

Bis 2026 soll zunächst eine Richtungsfahrbahn, über die der Verkehr vierspurig rollt, fertig sein. Im selben Jahr wird voraussichtlich mit dem Abriss der alten und der Errichtung des zweiten Teils der neuen Rader Brücke begonnen. Auch LBV-Bereichsleiter Forster ist fest davon überzeigt, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann. „Wir gehen davon aus, dass bei der jetzt laufenden Hauptprüfung, die alle sechs Jahre durchgeführt wird, keine schwerwiegenden Schäden hinzukommen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass die verbleibende Nutzungsdauer des 1972 eingeweihten Bauwerks aufgrund noch nicht entdeckter Risse im Stahl und anderer Formen der Materialermüdung neu berechnet werden müsse, sei minimal.

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