zur Navigation springen

Hochbrücke über dem Kanal : Rader Hochbrücke: Firmen fürchten den „Super-Gau“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Unternehmensverband fordert mehr Planer für einen Ersatzbau. Vorgestellt wurde eine Umfrage zur Herbstkonjunktur.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 09:39 Uhr

Der Wirtschaft in der Region geht es gut. Noch. Die Sorge um die Infrastruktur könnte nach den Befürchtungen des Unternehmensverbandes Mittelholstein zunehmend dazu führen, dass Firmen ihre Investitionen einschränken und weniger Mitarbeiter einstellen. Bei der Vorstellung der Umfrage zur Herbstkonjunktur warnten Vorsitzender Jens van der Walle und Geschäftsführer Michael Thomas Fröhlich am Donnerstag mit Verweis auf die marode Rader Hochbrücke vor einem „Super-Gau“. In zwölf Jahren müsse der Ersatzbau fertig sein. Van der Walle: „Wir haben den Eindruck, dass das schief geht.“

Anlass für diese Befürchtung sind die Geschehnisse rund um den Kanaltunnel. Dass sich die Sanierung immer weiter verzögert habe, sei einem ganz besonderen Umstand geschuldet: „Es ist schlichtweg kein Personal für die Planungen vorhanden.“ Das dürfe sich unter keinen Umständen bei der Rader Hochbrücke wiederholen. „Hier muss den Unternehmen endlich ein positives Signal gesendet werden. Die öffentliche Hand sei in der Pflicht, neue Planer einzustellen beziehungsweise auf Planungsbüros aus der freien Wirtschaft zurückzugreifen. Van der Walle monierte, dass Bund und Land in den vergangenen zehn Monaten lediglich diskutiert, aber das Projekt nicht wesentlich vorangebracht hätten.

Dies soll im Bundesverkehrsministerium zur Sprache gebracht werden. Unter Federführung von Landrat Rolf-Oliver Schwemer wollen Politiker und Wirtschaftsvertreter am 10. November nach Berlin reisen. Die Wirtschaft will den nötigen Druck aufbauen, dass nach Ablauf der Lebenszeit der Rader Hochbrücke ein Ersatzbauwerk zur Verfügung steht. Für die Region sei eine funktionierende Infrastruktur existenziell. Fröhlich: „Wir hätten doch alle keine Freude daran, wenn wir uns hier zum Indianerreservat entwickeln.“

Im Bezug auf die Daten zur Konjunktur scheint sich die gute Stimmung in der Wirtschaft einzutrüben. 40 Unternehmen mit 7100 Beschäftigten wurden befragt. Ergebnis: Das laufende Geschäftsjahr habe die Erwartungen zwar weitgehend erfüllt, die Aussichten für das erste Quartal 2015 sind jedoch nur noch „verhalten positiv“. Eine negative Tendenz gibt es auf dem Arbeitsmarkt. Zum ersten Mal seit Jahren ist ein Verlust von Arbeitsplätzen zu erwarten. Im Saldo handelt es sich zwar nur um 23 Jobs, im Sommer war man jedoch noch von einem Plus von 108 Stellen ausgegangen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert