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Kontrolle des Tempolimits für Lkw : Rader Hochbrücke: Ab September blitzt es rund um die Uhr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Land lässt auf beiden Seiten der maroden Rader Hochbrücke Tempo-Messanlagen installieren. die Testphase beginnt nächste Woche.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2015 | 11:40 Uhr

Rendsburg | Auf der Rader Hochbrücke wird spätestens ab Mitte September rund um die Uhr geblitzt. Vier hochmoderne Tempo-Messanlagen lässt das Verkehrsministerium derzeit montieren – zwei auf jeder Seite der Brücke. Nach Informationen der Landeszeitung kosten die Geräte und ihr Einbau etwa 200.000 Euro. Am 1. September soll die Testphase für Geschwindigkeitskontrollen beginnen. Der Test werde etwa zwei Wochen dauern, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums am Freitag. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer will die Details des Projekts am 9. September vorstellen.

Allerdings sickerte manches bereits durch. Die Technik der Blitzer basiert auf einem Laser-Messverfahren. Das ist offenbar nicht nur dazu in der Lage, die Geschwindigkeit nahender Fahrzeuge festzustellen. Unbestätigten Informationen zufolge soll die Technik auch das Profil des rollenden Blechs erfassen können. Eine Software errechnet aus den Daten, ob es sich um ein Auto oder einen Laster handelt. Das ist deswegen wichtig, weil auf der Brücke für die beiden Fahrzeugklassen unterschiedliche Tempo-Begrenzungen gelten. Laster mit einem Gewicht von über 7,5 Tonnen dürfen maximal 60 Kilometer pro Stunde fahren, Autos hingegen in der Regel maximal 80 Kilometer pro Stunde.

Eingeweihte räumen jedoch ein, dass der Computer nicht alles kann. So soll es für ihn beispielsweise unmöglich sein, Kleintransporter der richtigen Fahrzeugklasse zuzuordnen. Denn diese können als Auto oder als Laster eingetragen sein. In diesem Fall kann nur der Mensch das Dilemma lösen. Die Blitzer sollen daher so programmiert sein, dass sie bereits im Verdachtsfall ein Foto von dem vermeintlich zu schnellen Fahrzeug aufnehmen. Dieses Bild allerdings muss anschließend von einem Polizeibeamten gesichtet werden. Dieser ermittelt anhand des Kennzeichens, um welche Fahrzeugklasse es sich handelt.

Wie aus dem Ministerium verlautete, will das Land auf der Rader Hochbrücke „nicht abkassieren, sondern Raser abschrecken“. Denn insbesondere durch zu schnelle Laster wird die Bausubstanz der maroden Kanalquerung nach Angaben von Sachverständigen überdurchschnittlich stark in Mitleidenschaft gezogen. Für die Brücke haben Ingenieure ein Rest-Lebensdauer von elf Jahren errechnet.

Die Blitzer sollen Anfang September betriebsbereit sein, dann beginnt eine intensive Testphase. Mit einer entsprechenden Software könnte mit ihnen sogar die „Section Control“ auf der Rader Hochbrücke realisiert werden. Mit dieser Technik zur Geschwindigkeitsüberwachung wird gemessen, wie lange Fahrzeuge für eine bestimmte Strecke brauchen. Legen sie die Strecke in kürzerer Zeit zurück als unter Einhaltung des Tempolimits möglich gewesen wäre, wird ein Verfahren eingeleitet. Da dafür aber die Kennzeichen auch ohne Verdacht erfasst werden, müssen vor der Einführung noch rechtliche Fragen geklärt werden.

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