zur Navigation springen

Hanerau-Hademarschen : Quecksilber-Verschmutzung kostet Gemeinde 100.000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Experten suchen den Verursacher. Positives gibt es unterdessen vom Freibad zu berichten.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2017 | 07:42 Uhr

Zuerst die gute Nachricht von der Sitzung der Gemeindevertreter Hanerau-Hademarschen: Das Freibad auf dem Batz konnte bei den Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr ein Plus von mehr als 4000 Gästen verbuchen: von 29.950 (2016) auf nunmehr 34.000. Das verkündete Bürgermeister Thomas Deckner. Außerdem haben die Vorarbeiten für die große Renovierung der Badeanstalt bereits begonnen. Die Kosten für die Baumaßnahme werden auf 452.200 Euro geschätzt. Saniert werden sollen die Beckenfolie, Schwall-Leitungen, der Beckenumgang, das Kleinkinderbecken sowie die Mess- und Regeltechnik.

Weniger erfreulich: Die Hausbesitzer in Hanerau-Hademarschen können sich auf eine beträchtliche Erhöhung der Abwassergebühren gefasst machen. Grund dafür sind unzulässig hohe Quecksilbereinträge ins Abwasser, die eine kostenintensive Klärschlammentsorgung nötig machen. Statt der üblichen 10.000 Euro muss die Gemeinde wie schon im Vorjahr wieder 100.000 Euro für die Entsorgung zahlen. Kosten, die dem Gebührenzahler aufgehalst werden – es sei denn, der Verursacher der hohen Quecksilberwerte kann dingfest gemacht werden.

Die Chancen für das Aufspüren des Quecksilber-Einträgers seien gar nicht so schlecht, meinte der Vorsitzende des Wegebau- und Umweltausschusses, Jörg Hommel. „Die Experten vom Wasserverband Süderdithmarschen sind guter Dinge, den Verursacher zu finden“, teilte Hommel mit. „Der verdächtige Bereich ist schon eingegrenzt“, ergänzte Bürgermeister Deckner. Hommel zufolge wurde der zulässige Quecksilber-Grenzwert im Abwasser 2016 um 60 Prozent überschritten. Statt der konventionellen Entsorgung, die 10.000 Euro kostet, musste der kontaminierte Klärschlamm zu einer Verbrennungsanlage nach Köln transportiert werden. „Diese 100.000 Euro müssen nun kompensiert werden“, vermerkte Hommel und zeigte drei mögliche Wege auf, wie man die anfallenden Mehrkosten beim Gebührenzahler eintreiben könnte: durch eine Umlage auf den tatsächlichen Verbrauch oder durch eine höhere Grundgebühr oder durch einen Mix aus beidem. Die Gemeindevertreter tendieren zu einer Mischkalkulation. „Wir haben 100.000 Euro Kosten, und wir haben rund 1000 Haushalte, also wird es auf eine jährliche Gebührenerhöhung von etwa 100 Euro pro Haushalt hinauslaufen“, sagte der Kreistagsabgeordnete Otto Griefnow. „Das ist schmerzlich für die Bürger – ich hoffe, dass wir den Verursacher finden.“

Ursprünglich war die Versammlung als Sondersitzung aber wegen eines anderen Themas einberufen worden: Die Kommunalpolitiker mussten noch einmal den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 20 „Sondergebiet Einzelhandelsmarkt“ fassen, den sie am 29. Juni schon einmal gebilligt hatten. Das Kreisbauamt hatte zwei Angaben zu den Baugrenzen des geplanten Aldi-Neubaus bemängelt. Der korrigierte Planungsentwurf wurde von den Gemeindevertretern einstimmig verabschiedet. Aldi will in unmittelbarer Nachbarschaft seines bisherigen Markts einen Lebensmittel-Discounter der neuesten Generation errichten (wir berichteten). In den frei werdenden Aldi-Markt wird die niederländische Discountmarkt-Kette „Action“ einziehen.

Der Mietvertrag sei bereits unterschrieben, verkündete Bürgermeister Thomas Deckner. „Es ist schön, dass wir einen solchen Sonderpostenmarkt kriegen, den ‚Action‘ sonst nur in größeren Städten eröffnet“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen