Altstadt früher : Pulsierende Handels-Meile

Der Stegen: Rechts die „Coburg’sche Buchhandlung“, geradeaus das heutige Verlagshaus der Landeszeitung.
Der Stegen: Rechts die „Coburg’sche Buchhandlung“, geradeaus das heutige Verlagshaus der Landeszeitung.

Museen im Kulturzentrum präsentieren Objekt des Monats: ein Foto vom Stegen aus den zwanziger Jahren.

shz.de von
07. August 2018, 10:04 Uhr

Rendsburg | Jeden Monat präsentieren die Landeszeitung und die Museen im Kulturzentrum Rendsburg gemeinsam interessante Ausstellungsgegenstände. Das Objekt des Monats August ist eine Fotografie, vermutlich aus den 1920er-Jahren. Museumsleiter Dr. Martin Westphal schreibt:

„Wer zurzeit in Rendsburg durch die Innenstadt läuft, kommt an einigen Baustellen vorbei, muss Straßenseiten wechseln, ausweichen und Umwege in Kauf nehmen. Eine große Baustelle befindet sich am Stegen. Der Grund? Hertie. Karstadt. Grimme.

Im Jahr 1955 wurde in diesem Gebäudekomplex das Kaufhaus Grimme eröffnet. Kurze Zeit später wurde Karstadt daraus. Später war das Einkaufsgebäude unter der Firma Hertie bekannt. Das Kaufhaus war, unter allen Namen und Leitungen, ein Anziehungspunkt für Rendsburger, aber auch für Menschen aus dem Umland, denn man konnte dort alles kaufen – keine Selbstverständlichkeit zu der damaligen Zeit.

2009 war die Zeit des „großen Shoppens“ in Rendsburg dann vorbei. Hertie ging pleite, und seitdem stand das Gebäude leer. Inzwischen hat der Abriss begonnen. Ziel ist es, ein neues Pflegeheim in den oberen Etagen zu errichten. Im Erdgeschoss sollen Geschäfte einziehen.

Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um eine Fotografie. Darauf zu sehen ist der Stegen. Links vorn ist der Kaffeeladen „G. Retelsdorf G. M. B. H.“ mit dem eindeutigen Hinweis auf „Kaffee, Tee, Kakao“ zu finden. Rechts leicht abgeschnitten befindet sich die „Coburg’sche Buchhandlung“, die auch heute noch vorhanden ist. Daneben ist das Geschäft von Ernst Müller zu sehen, geradeaus das Wollwarengeschäft von „Johs. Lamich“ in dem heutigen Redaktionsgebäude der Landeszeitung. Direkt dahinter befand sich das große Kaufhaus.

Die Aufnahme zeigt neben den Gebäuden auch Menschen, die am Stegen – nachweislich an einem verregneten Tag – unterwegs waren. Ein Mann hält ein Fahrrad fest. Anhand der drei Herren auf dem linken Gehweg, vor „Retelsdorf“, lässt sich ein Einblick in die Kleiderordnung und Trends der 1920er-Jahre gewinnen. Auffallend ist das Tragen von Kopfbedeckungen.

Das Objekt kann noch diesen Monat im Eingangsbereich in unseren Museen im Kulturzentrum, Arsenalstraße 2-10, angesehen werden.“

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