zur Navigation springen

Provisorium führt Autos in Todenbüttel über die Au

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

100 Jahre alte Brücke unter Kreisstraße 82 wird bald abgerissen / Behelfsbauwerk für acht Monate

Als die Brücke über die Au in Todenbüttel gebaut wurde, regierte in Deutschland noch ein Kaiser. Heute ist das mehr als 100 Jahre alte Bauwerk so marode, dass es abgerissen werden muss. Damit die Autofahrer auf der Kreisstraße 82 aber keine langen Umwege in Kauf nehmen müssen, hat der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr jetzt eine Behelfsbrücke über das Gewässer gelegt. Fußgänger und Radfahrer können sie schon passieren, für Autos und Laster soll es in einigen Wochen so weit sein.

Wer in dem 1000-Seelen-Dorf unterwegs ist – etwa auf dem Weg von Embühren nach Beringstedt – kommt an der Brücke ohnehin an ein Nadelöhr. Als vor mehr als zwei Jahren festgestellt wurde, dass die Überführung vom Einsturz bedroht ist, reduzierte die Niederlassung Rendsburg des Landesbetriebs das zulässige Gesamtgewicht auf 30 Tonnen. Damit nicht zwei Fahrzeuge dieses Kalibers gleichzeitig hinüberfahren, wurde die Fahrbahnbreite auf eine Spur begrenzt. Später kamen sogar noch Baustellenampeln mit einer „Alles-rot-Schaltung“ hinzu. Sie zwingen jeden, vor der Brücke erst einmal anzuhalten. Der Hintergrund: Kaum ein Lastwagen-Fahrer hielt sich an die Schrittgeschwindigkeit für Fahrzeuge über 16 Tonnen, die der Landesbetrieb verhängt hatte, um die Brücke zu schützen. Seitdem die Ampeln stehen, muss jeder aus dem Stand anfahren. Auf diese Weise wirken geringere Kräfte auf das Bauwerk. Diese Vorkehrungen hatten nur das Ziel, die Brücke noch ein wenig Zeit zu erhalten, denn reparabel war sie nicht.

Nun ist der Landesbetrieb einen gehörigen Schritt weiter gekommen. Denn das alte Bauwerk wird abgerissen, sobald der Verkehr über die Behelfsbrücke daneben rollen kann. „Bei guter Witterung kann die Straße gebaut werden. Wenn alles glatt läuft, ist es Ende Februar soweit“, sagt Matthias Paraknewitz vom Landesbetrieb. Derzeit werden die Baugruben an den Brückenenden verfüllt. Ihm zufolge wird ebenfalls noch in diesem Monat ein Bohrgerät an die Baustelle verlegt. Damit können die Bauarbeiter per „Tiefgründung“ die Fundamente der neuen Brücke legen. Sie bestehen aus mehreren Betonsäulen mit einem Durchmesser von bis zu eineinhalb Metern. Das ist nötig, „damit die neue Brücke nicht absackt“, so Paraknewitz. Er weist darauf hin, dass auch auf dem Provisorium nur eine einzige Spur zur Verfügung steht. Auch die Ampelregelung bleibt. Das neue Bauwerk soll Ende Oktober fertig sein.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 12:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen