Königsmoor bei Christiansholm : Projekt der Stiftung Naturschutz zeigt Wirkung: Vitales Moor trotz Trockenheit

An einem 2018 angelegten Polder: Miriam Kimmel, Flächenmanagerin bei der Stiftung Naturschutz zeigt, zeigt ein Knierohr, mit dem der Wasserstand auf der Moorfläche reguliert werden kann.
An einem 2018 angelegten Polder: Miriam Kimmel, Flächenmanagerin bei der Stiftung Naturschutz zeigt, zeigt ein Knierohr, mit dem der Wasserstand auf der Moorfläche reguliert werden kann.

Die Flächen haben große Bedeutung als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten – vor allem aber als CO2-Speicher.

Matthias Hermann.jpg von
19. April 2020, 14:23 Uhr

Staubtrockene Böden und eine steigende Waldbrandgefahr – diese eigentlich für den Sommer typischen Wetterphänomene treten auch in diesem Jahr bereits wieder im Frühjahr auf. Laut Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung ist auch der Boden im Kreis Rendsburg-Eckernförde flächendeckend bis in 25 Zentimeter Tiefe ungewöhnlich trocken, teilweise bis hin zur Dürre.

Natur ist „ einen Monat früher dran ist als sonst“

In den Mooren des Landes bietet sich aber ein etwas anderes Bild – und das ist von großer Bedeutung. Denn die Gebiete, die einst als mythisch und gruselig, fast schon als menschenfeindlich galten, haben heute eine große Bedeutung als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Und vor allem sind sie sehr effektive Kohlendioxidspeicher. Allerdings nur dann, wenn sie intakt und gut vernässt sind.

Trotz der anhaltend trockenen Witterung gibt es in den Mooren der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein derzeit noch keine Probleme. Zwar sind auch hier die Auswirkungen des „Sommerwetters“ im April zu spüren, doch diese sind nicht durchweg negativ. „Wir beobachten, dass die Natur ungefähr einen Monat früher dran ist als sonst. So stellen wir fest, dass die Sumpfdotterblume, die eigentlich erst Ende April in Blüte geht, in vielen Gebieten schon Anfang des Monats ihre Blüten geöffnet hat“, erklärt Nicola Brockmüller von der Stiftung Naturschutz.

Moorböden größtenteils noch gut vernässt

Auch haben sonnenhungrige Arten wie die Zauneidechse bereits ihre Winterquartiere verlassen, Wildbienen und Schmetterlinge profitieren ebenfalls von Trockenheit und Sonnenwärme. Die Böden leiden größtenteils noch nicht unter der Trockenheit.

Bisher sind die Moore weitgehend nass. Aber dort, wo die Vernässung noch Luft nach oben hat, berichten die Kollegen, dass es langsam auch im Moor trockener wird. Nicola Brockmüller, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
 

In einigen Flachgewässern bedrohe dies beispielsweise den Laich des Moorfroschs.

Alte Drainage macht Probleme

Die Vernässung der Moore zu gewährleisten, ist mit großem Aufwand verbunden, denn frühere Generationen versuchten genau das Gegenteil: Trockenlegen der Flächen, um sie damit urbar für die Landwirtschaft zu machen. Die gelben Drainagerohre aus Plastik sind an vielen Stellen noch zu finden, aber auch noch die deutlich älteren Tonrohre versehen ungewollt ihren Dienst.

Alte Tonrohre sind als Drainage noch in vielen Mooren vorhanden und tun „ungewollt“ ihren Dienst.
Matthias Hermann
Alte Tonrohre sind als Drainage noch in vielen Mooren vorhanden und tun „ungewollt“ ihren Dienst.
 

Dies ist auch im Königsmoor nördlich von Christiansholm sieht der Fall. Allerdings wurde hier bereits erfolgreich daran gearbeitet, den alten Torfkörper wiederherzustellen und mithilfe von Poldern dafür so sorgen, dass genug Wasser auf den Flächen vorhanden ist. „Hier wurde 2018 damit begonnen, Dämme zu errichten“, erklärt Miriam Kimmel, Flächenmanagerin bei der Stiftung Naturschutz.

Bereits 240 Hektar eingedeicht

Bis heute wurden von den 630 Hektar, die an diesem Ort im Besitz der Stiftung sind, zirka 240 Hektar eingedeicht. Die Regulierung erfolgt durch Knierohre, denn dauerhaft unter Wasser sollen die Pflanzen auch nicht stehen.

Ausreichend Nässe: Die Projekte der Stiftung Naturschutz im Königsmoor zeigen sichtbare Erfolge.
Matthias Hermann
Ausreichend Nässe: Die Projekte der Stiftung Naturschutz im Königsmoor zeigen sichtbare Erfolge.
 

Der Erfolg des Projekts ist deutlich zu erkennen: Während der Feldweg, der ins Moor führt staubig und trocken ist, bietet sich auf der vom Damm eingefassten Fläche ein anderes Bild. Kiebitze und Kraniche suchen im flachen Wasser nach Nahrung, an den Rändern wachsen Torfmoose oder der unter Naturschutz stehende, fleischfressende Sonnentau.

Das nächste größere Vernässungsprojekt für ist für 2021 geplant, dann soll ein Flächenkomplex im Ostteil des Gebietes vernässt werden. Miriam Kimmel, Flächenmanagerin bei der Stiftung Naturschutz
 

 Damit wird ein weiterer Beitrag zum Klimaschutz geschaffen und eine besondere Landschaft in ihren ursprünglichen Zustand versetzt.
 

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