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Landeszeitung

22. August 2017 | 02:06 Uhr

Profi-Tipps gegen Einbrecher

vom

Unterwegs mit der "Präventionsstreife" der Rendsburger Polizei: Beamte kommen ins Haus und geben Ratschläge für besseren Schutz vor Dieben

Büdelsdorf | Auf den ersten Blick wirkt das Haus sicher. Es steht in einer ruhig gelegenen Wohnstraße in Büdelsdorf. Die Fenster zur Straße sind vergittert, alle anderen lassen sich mit Rollläden verschließen. Doch beim Gang um das Gebäude entdeckt Matthias Schladetsch einen Schwachpunkt. Der Polizeioberkommissar schaut sich die Terrassentür an. Sie ist zwar erst sechs Jahre alt, aber aus Kunststoff. "Wenn ich Einbrecher wäre, würde ich diese Tür als Einstieg wählen", sagt der Präventionsbeamte. "Zum einen ist diese Stelle des Hauses schlecht einsehbar. Zum anderen bietet die Tür wenig Widerstand. Sie verfügt nicht über die sogenannte Pilzkopfverriegelung. Zwei Schraubenzieher reichen, um sie in wenigen Sekunden aufzuhebeln. Hier sollten Sie was machen."

Hausbesitzer Erwin Hansen* nickt. Der 75-jährige Rentner hatte die Polizei um einen Hausbesuch gebeten, nachdem die Landeszeitung über die Aktionswoche für besseren Schutz gegen Einbrecher berichtet hatte. Grund ist die rasant gestiegene Zahl der Delikte. 50 Bürger informierten sich bisher im Polizeirevier über moderne Sicherungstechnik und Firmen aus der Region, die diese fachgerecht einbauen. Darüber hinaus wurden bereits 17 Beratungsgespräche mit der Polizei vereinbart. Allein gestern hatten Schladetsch und sein Kollege, Polizeiobermeister Timo Höppner, vier Adressen in Büdelsdorf auf ihrem Terminplan.

"Ich möchte wissen, ob ich in einem sicheren Haus lebe, wenn ich wegfahre", empfing Erwin Hansen die Beamten. Der Rentner hatte zuvor schon einiges unternommen, um es Ganoven so schwer wie möglich zu machen. Die Kellertür ist mehrfach verriegelt, die Eingangstür hat ein besonders stabiles Schloss. Leitern, mit denen man die Fenster im Obergeschoss erreichen könnte, liegen nicht frei im Garten herum, sondern wurden gesichert. Verlässt Hansen sein Haus für mehrere Tage, lässt er mehrere Leuchten über Zeitschaltuhren unregelmäßig brennen. Nachbarn sehen nach dem Rechten und leeren den Briefkasten. Ist Hansen kurz einkaufen, lässt er Halbschuhe vor dem Eingang stehen. Auch sie sollen den Banditen signalisieren: Dieses Haus ist bewohnt!

Anlass für die erhöhte Vorsicht war nicht zuletzt ein Vorfall Anfang 2012, als der Rentner im eigenen Haus von Kriminellen überrascht wurde. "Ein doofes Gefühl, ich habe lange gebraucht, um mich davon freizumachen."

Für die Aktion der Polizei ist der Büdelsdorfer dankbar. Eine gute halbe Stunde nehmen sich die Beamten Zeit und schauen sich jeden Raum an. Ein Fenster im Obergeschoss führt auf ein Vordach, das Einbrechern den Einstieg erleichtert. "Auch hier sollten Sie was tun. Die Nachrüstung kostet pro Fenster in der Regel weniger als 100 Euro."

Erwin Hansen will das Geld investieren. "Ich werde das umgehend machen lassen", sagt er. Und er will einen weiteren Tipp der Beamten beherzigen. Das schnurlose Telefon steht künftig nicht mehr im Flur, sondern im Schlafzimmer. So kann er nachts schneller 110 wählen, sollten sich Einbrecher an den Rollläden zu schaffen machen.

*Name geändert

Der Info-Raum der Polizei zum Thema Einbruchschutz ist noch bis Freitag geöffnet (Moltkestraße 8, 9 bis 16 Uhr). Beratungsgespräche zu Hause können über Tel. 04331/208-480 vereinbart werden.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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