Kooperation mit Privatschule : Profi-Schauspieler im Klassenzimmer

Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Joana Daniel (Leiterin Privatschule Mittelholstein), Peter Grisebach (Generalintendant Landestheater), Annika Solterbeck (sozialpädagogische Leiterin Privatschule Mittelholstein) und Theaterpädagogin Claudia Schmidt (von links).
Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Joana Daniel (Leiterin Privatschule Mittelholstein), Peter Grisebach (Generalintendant Landestheater), Annika Solterbeck (sozialpädagogische Leiterin Privatschule Mittelholstein) und Theaterpädagogin Claudia Schmidt (von links).

Das Schleswig-Holsteinisches Landestheater und die Privatschule Mittelholstein unterzeichnen einen Kooperationsvertrag.

shz.de von
22. August 2018, 19:25 Uhr

Rendsburg | Die Schüler der Privatschule Mittelholstein sollen an das Theater herangeführt werden. Gestern schloss die Bildungseinrichtung einen Kooperationsvertrag mit dem Schleswig-Holsteinischen Landestheater. „Das Theater hat einen Bildungsauftrag“, sagt Claudia Schmidt, Theaterpädagogin am Landestheater zum Hintergrund der Kooperation. Es sei wichtig, zu zeigen: „Es gibt auch etwas anderes als Netflix und Kino“.

Die Vereinbarung sieht vor, dass jeder Schüler mindestens einmal im Jahr eine Vorstellung besucht. Zudem sollen die Schüler an Workshops teilnehmen, bei denen Schauspieler ihnen Improvisationstheater oder die Bedeutung des richtigen Atmens vermitteln. Die Schauspiel-Profis sollen auch in die Schule kommen. Sie geben Tipps bei Schul-Theaterprojekten und treten sogar in den Unterrichtsräumen auf: Schon in wenigen Wochen werden die Profis das erste „Klassenzimmerstück“ in der Privatschule aufführen. Peter Grisebach, Generalintendant und Geschäftsführer des Theaters, erklärt, dass diese „im Lebensmittelpunkt der Schüler“ aufgeführten Stücke jeweils eine Schulstunde dauern und von Themen handeln, mit denen viele Jugendliche konfrontiert werden, zum Beispiel Alkoholmissbrauch. Nach der Aufführung sollen die Jungen und Mädchen über die Handlung diskutieren.

Als Grisebach vor acht Jahren die Verantwortung für das Theater übernahm, gab es für Kinder und Jugendliche nur das jährliche Weihnachtstheater, erinnerte er sich. „Zu wenig“, befand der Intendant und legte einen Schwerpunkt auf Angebote für den Nachwuchs. Mittlerweile bestehen Kooperationsvereinbarungen mit 19 Schulen. Außerdem werden drei Theaterpädagogen beschäftigt. Theater befördere den lebendigen Austausch. Es entstehe aus dem Wechselspiel zwischen Bühne und Publikum – „das kann kein Unterhaltungsmedium leisten“, meint Grisebach.

Annika Solterbeck, verantwortlich für die Sozialpädagogik an der Schule, erklärt, dass bereits seit Jahren ein enger Kontakt zwischen dem Theater bestehe. Umso mehr freue sie sich, die Kooperation schriftlich zu besiegeln. „Das ist eine tolle Zusammenarbeit, die uns sehr am Herzen liegt.“ Bislang haben die Lehrer nur gelegentlich kleine Stücke mit den Schülern eingeübt. Das solle jetzt ausgeweitet werden. Die Kooperation mit dem Theater könne zu der Einführung des Fachs „Darstellendes Spiel“ führen, so Solterbeck. Speziell Schüler, die sonst eher ruhig und zurückhaltend sind, tauen beim Theaterspielen häufig auf, berichtet sie.

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