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Büdesldorf : Privatschule unterrichtet ohne gültigen Pachtvertrag

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Streit zwischen Büdelsdorfs Bürgermeister Hein und dem Geschäftsführer der Bildungseinrichtung.

Der Pachtvertrag der Privatschule Mittelholstein für das Gelände am Lorenzenweg in Büdelsdorf ist seit dem 30. September ausgelaufen. Die Stadt hatte der Schule bereits im September vergangenen Jahres gekündigt, bestätigte Bürgermeister Jürgen Hein gestern auf Nachfrage der Landeszeitung. Das zirka 1500 Quadratmeter große Areal hinter der Emil-Nolde-Schule, auf der seit vier Jahren die mobilen Containerräume der Privatschule stehen, werde für den Neubau der Heinrich-Heine-Schule benötigt. Doch anstatt Umzugskartons zu packen, scheint in der Privatschule alles noch seinen gewohnten Gang zu gehen. Die Schüler toben in der Pause auf dem Rasen; Bilder, Stühle, Tafeln – alles steht und hängt noch in den Klassenräumen, von Aufbruchstimmung keine Spur.

Bürgermeister Hein ärgert sich darüber, dass von dem Geschäftsführer der Schule, Michael Claßen, bisher nur wenig Reaktion kommt. Auf die Kündigung im September 2013 habe er erst im Juni eine Rückmeldung erhalten. In einem Schreiben bat Claßen dabei die Stadt um eine Verlängerung des Pachtvertrags. Doch dieser Bitte konnte Hein nicht nachkommen: „Wir brauchen das Gelände schließlich“, so der Bürgermeister. Der Neubau solle 2015 beginnen.

Mitte September sei es dann auf Nachdruck der Stadt zu einem Gespräch zwischen beiden Parteien gekommen. Zusätzliche drei Monate hatte Hein der Schule bereits zuvor für den Abbau der Räume zugesprochen: „Doch der Schulbetrieb hätte längst enden sollen. Die drei Monate sind für den Abbau und nicht für den gesamten Umzug.“

Weiter habe es für den Bürgermeister den Anschein, dass die Eltern möglicherweise nicht umfassend informiert worden seien. Eine Mutter, die ihren Namen nicht nennen wollte, zeigte sich überrascht von den Umzugsplänen. Hein dazu: „Wir müssen irgendwie handeln, wir müssen die Eltern in Bewegung bringen.“ Er denke dabei an das Wohl der Schüler und wolle nicht, dass sie plötzlich ohne Räume dastehen. Eine Räumungsklage möchte er vermeiden.

Von einer fehlenden Information und einem Mangel an Reaktion will Geschäftsführer Claßen nichts wissen. Er sei bereits seit vergangenem Jahr mit Nachdruck auf der Suche nach geeigneten Räumen gewesen, betont er im Gespräch mit der Landeszeitung, die Eltern seien ebenfalls informiert. Doch so etwas brauche Zeit, er wolle schließlich allen Wünschen gerecht werden. Zum aktuellen Stand sagt er: „Wir sind in guten Gesprächen, die notwendigen Investitionen bald auslösen zu können, um dann einen überschaubaren Umbau in einem weiteren Gebäude auf dem Kasernengelände durchzuführen.“

Auf dem Gelände der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne ist die Mittelstufe der Privatschule bereits im November 2013 eingezogen. „Das oberste Ziel ist es ohnehin, die beiden Bereiche an einem Standort zu vereinen“, so Claßen.

Enttäuscht zeigte sich der Geschäftsführer gegenüber der Stadt Büdelsdorf. Mit Auslauf des Pachtvertrags dürften sie nicht mehr die stadteigenen Turnhallen nutzen. „Diese Hallenkapazitäten zu verschleudern, das nenne ich Steuerverschwendung“, sagt er. Kritik übt er auch an dem geplanten Schulneubau: „Ich halte die Pläne für Büdelsdorf völlig überzogen. Eine Schule mit 700 Schülern – und das angesichts des demografischen Wandels.“ Über die fehlende Zeit zum Umzug mache er sich aktuell keine großen Sorgen. Die Container seien innerhalb von nur einer Woche abzubauen.

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erstellt am 02.Okt.2014 | 00:28 Uhr

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