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Schülerzahl steigt : Privatschule befreit sich aus Insolvenz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Schülerzahl steigt zum neuen Schuljahr von 145 auf 177. Bis zu 4,5 Millionen Euro sollen in neue Gebäude investiert werden.

shz.de von
erstellt am 21.Jul.2017 | 14:26 Uhr

Vor einem Jahr bangte sie um ihre Zukunft, jetzt kann sie die Zukunft wieder gestalten: Die Privatschule Mittelholstein hat sich aus dem Insolvenzverfahren befreit. Steigende Schülerzahlen und ein engagierter Förderverein als Träger machten das möglich. In der Schule sei wieder Optimismus eingekehrt, wie Geschäftsführung und Förderverein gestern in einem Pressegespräch deutlich machten. Das ermutigt zu einem großen Schritt. Die auf dem Gelände der früheren Feldwebel-Schmid-Kaserne untergebrachte Schule will in ein größeres Gebäude umziehen und eine ehemalige Fahrzeughalle in eine Turnhalle umbauen. Die Kosten schätzt Geschäftsführer Marco Feller auf vier bis 4,5 Millionen Euro.

Im heute zu Ende gehenden Schuljahr wurden 145 Schüler unterrichtet, im kommenden Schuljahr werden es mindestens 177 sein, aufgeteilt auf die Grundschulstandorte Gnutz (61), Neudorf-Bornstein (37) und Rendsburg (38), wo es zusätzlich eine Sekundarstufe mit 41 Schülern gibt. Die Daten beruhen auf konkreten Anmeldungen, sind nach den Worten von Feller also belastbar. Offenbar hat die Schule aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Fellers Vorgänger hatte mit höheren Schülerzahlen kalkuliert, als sich tatsächlich realisieren ließen. Daraufhin forderte das Land zu viel gezahlte Zuschüsse zurück. Es soll um 90    000 Euro gegangen sein. Die Schule konnte das Geld nicht aufbringen. Anfang März 2016 wurde die Insolvenz eingeleitet.

Seitdem hat sich viel getan. Der Förderverein der Schule übernahm die Trägerschaft und rettete damit die von Schließung bedrohte Mittelstufe. Wöchentlich kommen Vorstand und Geschäftsführung seitdem zusammen, „Wir wollen die Entwicklung gemeinsam vorantreiben“, sagt Vorstandsmitglied Axel Bornhöft. Fehler der Vergangenheit wurden ausgebügelt. So hat sich in den Gesprächen mit Eltern an den Standorten Gnutz und Neudorf-Bornstein herausgestellt, warum sie ihre Kinder nach der Grundschulzeit an den den weiterführenden staatlichen Schulen angemeldet haben. Der Grund: die tägliche Fahrt nach Rendsburg in die Sekundarstufe der Privatschule hätten sie nicht gewährleisten können. Als Konsequenz gibt es jetzt einen täglichen Bus-Shuttle nach Rendsburg.

Der Umzug in das ehemalige Feldwebelheim wird für das Schuljahr 2019/2020 angepeilt. Derzeit stehen 1600 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung, künftig würden es 2400 sein, so dass auch Platz für die gymnasiale Oberstufe vorhanden ist. Bis zu 340 Schüler ließen sich hier unterrichten. Wie das Geld aufgebracht werden soll, sagt die Privatschule nicht konkret. Marco Feller betont, dass man in Verhandlungen sei. Gespräche gebe es mit der Wirtschaft und dem Schulministerium.

Die Zusammenarbeit mit Kiel bezeichnet Feller als gut. „Der Draht zum Ministerium ist viel besser als früher.“

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