Preis für Barrierefreiheit: Nord Art baut Schwellenängste ab

Parkplatz für Rollstuhlfahrer: Inga Aru in den barrierefreien Nord-Art-Ausstellungsräumen.
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Parkplatz für Rollstuhlfahrer und barrierefreie Nord-Art-Ausstellungsräume: Inga Aru freut sich über den Preis für Barrierefreiheit.

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18. Mai 2015, 12:19 Uhr

Moderne Kunst gilt oft als schwer zugänglich. Dieses Vorurteil wird in der ehemaligen Carlshütte in Büdelsdorf konsequent widerlegt – zumindest in Bezug auf die räumliche Ausstattung. Denn die Ausstellung Nord Art kann von Menschen mit Behinderungen problemlos besucht werden. Für dieses Qualitätsmerkmal ist gestern das Unternehmerehepaar Johanna und Hans-Julius Ahlmann im Alten Rathaus mit dem „Preis für Barrierefreiheit“ ausgezeichnet worden.

Der „Arbeitskreis für Menschen mit Behinderung“ und der Sozialausschuss folgten mit dieser Wahl dem Vorschlag des Behindertenbeauftragten Axel Hennecke, der die Ausstellung nach einem persönlichen Besuch im vergangenen Sommer für den Preis vorgeschlagen hatte. Gemeinsam mit dem Ehepaar Ahlmann nahmen der Architekt Helmut Hansen, Chefkurator Wolfgang Gramm und die Künstlerin Inga Aru im Rahmen der Feierstunde unter Leitung von Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz die Auszeichnung entgegen.

„Rollstuhlfahrer können die Ausstellung genau so erleben, wie alle anderen auch“, sagte Künstlerin Inga Aru, Marketing-Leiterin der Nord Art. Manchmal gebe es kleine Stufen, aber dann auch immer einen barrierefreien, anderen Weg zu den einzelnen Kunstwerken. Außerdem sind nach Einschätzung des Behindertenbeauftragten Axel Hennecke auf dem Gelände genügend Sonderstellplätze vorhanden. In eine neue WC-Anlage mit einem behindertengerechten Raum investierte Ahlmann jüngst mehr als 100  000 Euro. Das sei ihm hoch anzurechnen, ist die Einschätzung von Inga Aru. Schließlich sei die Ausstellung aus einer privaten Initiative heraus entstanden und ohne staatliche Unterstützung stets weiterentwickelt worden.

„Unser Motto ist: Alles ist möglich“, so Aru. Spezielle Anfragen seien deshalb stets willkommen. So wird derzeit beispielsweise eine Führung für Personen mit Hörschädigung vorbereitet.

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