Nortorf : Posthalter löste die „Postschweden“ ab

Schaute sich die alten Nortorfer Poststempel an: Karl-Heinz Köller vom Briefmarkensammler-Verein Nortorf.
Schaute sich die alten Nortorfer Poststempel an: Karl-Heinz Köller vom Briefmarkensammler-Verein Nortorf.

Eine Ausstellung zur Nortorfer Postgeschichte wurde in der VR-Bank eröffnet. Die Vorbereitungen für das Jubiläum dauerten über ein Jahr.

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01. Juli 2014, 14:29 Uhr

Am 1. Juli 1764 wurde Johan Jacob Ritzius zum ersten Posthalter von Nortorf ernannt. Bis dahin ging die schwedische Post nach Hamburg über Ulzburg, Neumünster, Rendsburg und Gottorf und kam stets über Nortorf, einen Ort ohne Postdienststelle. Den schwedischen Postillionen war es nicht erlaubt, Post anzunehmen, dennoch vertrauten die Nortorfer Bürger den beliebten „Postschweden“ ihre Briefe an, die diese trotz Ermahnungen, Bestrafungen und Inhaftierung transportieren. Exakt 250 Jahre nachdem Ritzius zum Posthalter ernannt wurde, eröffnete gestern eine Ausstellung in der Volks- und Raiffeisenbank zum Thema „250 Jahre Postgeschichte in Nortorf“.

Unter den Gästen waren neben Mitgliedern des Briefmarkensammler-Vereins Nortorf, die die Ausstellung initiierten, auch Bürgermeister Horst Krebs, Amtsdirektor Dieter Staschewski, Professor Dr. Rüdiger Martienss, Vorsitzender des Philatelisten Verbandes Nord, Martin Westendorff von Menschen-Bauen-Leben sowie Paul Trinker und Rolf Pohlmeyer, die letzten beiden Postbetriebsinspektoren in Nortorf, die angeregt in Erinnerung schwelgten und die Fragen von Besuchern bereitwillig beantworteten.

Jens Böker von der VR-Bank dankte dem zahlreich erschienenen Publikum: „Dies ist ein besonderer Anlass und ich freue mich, dass wir diese Ausstellung in unseren Räumlichkeiten präsentieren dürfen.“ Die VR-Bank befindet sich selbst in der Poststraße. „Passender hätte es nicht sein können“, so Böker weiter. Die Poststraße wurde nach dem Weg zur Post benannt, das Postamt lag in der Zeit seit 1764 drei Mal in der Poststraße selber. Von 1806 bis 1822, 1853 bis 1867 und seit 2009 wieder.

Sechs große Folienaufsteller schildern in Kurzform die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen von damals bis heute. Flyer und Handouts, die kostenlos von den Besuchern mitgenommen werden dürfen, komplettieren die Postgeschichte Nortorfs. Die Ausstellung wird etwa zwei Wochen lang im Foyer der VR-Bank zu besichtigen sein, „aber wir können jederzeit gerne auch verlängern“, betonte Jens Böker. Rüdiger Martienss lobte in seiner kurzen Ansprache vor allem die Initiative des örtlichen Briefmarkensammler-Vereins. „Ihr habt dafür gesorgt, dass Geschichte und Dokumente nicht verloren gehen. Das ist eine großartige Arbeit.“ Der Hamburger sammle selbst begeistert Nortorfer Poststempel aus den Jahren 1929 bis 1933, betonte aber, dass auch die moderne Postgeschichte in der Ausstellung nicht verloren gegangen sei. „Vielleicht bringt das Moderne auch jüngeren Nachwuchs, der gerne im Verein mitwirken möchte. Ich würde es Euch zumindest von Herzen wünschen. Schließlich haben es Vereine schwerer denn je.“

Über ein Jahr lang hat der Briefmarkensammler-Verein Nortorf von der Idee bis zur Umsetzung gebraucht. „Man muss so viele Dokumente sichten, mit verschiedenen Ansprechpartner reden und und und“, betonte Karl-Heinz Köller. Aber: „Es hat sich gelohnt.“

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