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Pommersche Landsmannschaft löst sich auf

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Aus der Redaktion der Landeszeitung



Von Bürgermeister Pierre Gilgenast hat sie sich mit einem offenen Brief und dem Dank an die Stadt für die wohlwollende Begleitung verabschiedet: In ihrer letzten Versammlung beschloss die Pommersche Landsmannschaft Rendsburg die Auflösung ihres Vereins zum 30. September. Von 450 Mitgliedern zu Spitzenzeiten sind 27 geblieben, die meisten hochbetagt wie die 90-jährige Vorsitzende Ruth Gramenz.

Diese hatte in der letzten Zusammenkunft daran erinnert, dass die Landsmannschaft am 24. August 1948 unter Übernahme eines in der Stadt bereits seit 1922 bestehenden Vorgängervereins ins Leben gerufen worden war. In den von der Not bestimmten Anfangsjahren nach dem Zweiten Weltkrieg widmete die seinerzeit 367 Mitglieder starke Gemeinschaft sich hauptsächlich vielfältigen betreuenden Aufgaben.

Die Vereinsgeschichte spiegelte nach den Worten von Ruth Gramenz den Wieder- und Neuaufbau der Bundesrepublik Deutschland wider. In den folgenden Jahrzehnten sei das landsmannschaftliche Interesse am Osten besonders bei der heranwachsenden Jugend kontinuierlich gesunken. Kinder und Enkel hätten mittlerweile längst ihre neue Heimat in einem geordneten Europa gefunden, hieß es. Eine Zukunft für das im Erliegen begriffene Vereinsleben sei, ähnlich wie bei vergleichbaren Einrichtungen, nicht abzusehen.

Zu Liquidatoren, welche den Auflösungsbeschluss umsetzen sollen, wurden Ruth Gramenz und Protokollführer Dr. Dieter Lange bestimmt. Unterlagen wie die Vereinsfahne und schriftliche Dokumente sollen nach dem Wunsch der letzten Vereinsangehörigen den Museen im Kulturzentrum angeboten werden. Das Vermögen der Landsmannschaft – am Jahresanfang belief es sich auf 1400 Euro – soll für Gedenkkränze im Ehrenhain der Vertriebenen an der Fockbeker Chaussee in Rendsburg verwendet werden.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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