Vermissten-Fall : Polizei verlässt Prinzenmoor

In dem Gelände „Friedrichsfeld“ wurde nach dem vermissten Wolfgang Fürst gesucht: Das Haus auf dem Grundstück hat eine wechselvolle Geschichte.
In dem Gelände „Friedrichsfeld“ wurde nach dem vermissten Wolfgang Fürst gesucht: Das Haus auf dem Grundstück hat eine wechselvolle Geschichte.

Der Großeinsatz auf einem Grundstück bei Prinzenmoor an der Bundesstraße 203 ist zu Ende. Drei Tage lang war nach Wolfgang Fürst aus Rendsburg gesucht worden. Der Vermisste wurde nicht gefunden.

shz.de von
20. September 2018, 10:55 Uhr

Die groß angelegte Suche an der Bundesstraße 203 in Prinzenmoor im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Obdachlosen Wolfgang Fürst aus Rendsburg ging gestern Nachmittag nach drei Tagen zu Ende. „Die Arbeiten sind abgeschlossen. Wir haben den Vermissten nicht gefunden“, stellte Matthias Felsch, Pressesprecher der Polizeidirektion Kiel, fest.

Bei dem Einsatz auf dem 2,5 Hektar großen Gelände seien viele Gegenstände sichergestellt worden, die jetzt kriminaltechnisch und in der Rechtsmedizin genau untersucht würden. Zudem seien „diverse Kubikmeter Müll“ gefunden worden. Darum werde sich jetzt die Umweltbehörde kümmern. Das Gelände wurde nach der Durchsuchung wieder an den Eigentümer übergeben.

Das Grundstück, das durchsucht wurde, hat eine wechselhafte Geschichte. „Friedrichsfeld“ wurde 1810 bebaut für die Glashütten des dänischen Königs“, berichtet Hans-August Ammon. Der Alt-Bürgermeister von Prinzenmoor ist Mit-Autor der Dorfchronik. Später wurde es Nervenheilanstalt, Kinderheim und nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlingsunterkunft des Amtes Hamdorf. Danach ging es in Privatbesitz über und wurde in den vergangenen Jahren an einen Rendsburger verpachtet, der dort ohne Wasser- und Stromanschluss lebte. Anfang dieses Jahres habe das Hauptgebäude gebrannt, berichtete Ammon.

Die Kieler Mordkommission hat den Rendsburger Vermisstenfall aus dem Jahr 2017 übernommen. Ein Gewaltverbrechen sei nicht auszuschließen, heißt es aus Kreisen der Ermittler. Der vermisste 62-jährige Wolfgang Fürst gehörte dem Obdachlosenmilieu der Kreisstadt an. Er hielt sich nach Angaben der Polizeidirektion Kiel häufig im Bereich des Kreishafens auf.

Zuletzt gesehen wurde der etwa 1,90 Meter große und schlanke Mann am 21. Oktober 2017. Personen, die Hinweise zum Aufenthaltsort des Vermissten machen können oder Beobachtungen gemacht haben, die mit seinem Verschwinden zu tun haben könnten, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise, die zum Auffinden des Vermissten führen, ausgesetzt. Hinweise nimmt die Kieler Kriminalpolizei unter Telefon 0431 / 160 3333 entgegen.


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