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Suche geht weiter : Polizei setzt jetzt Spürhunde ein

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach vermisster Büdelsdorferin wird seit gestern bundesweit gesucht. Verdächtiger (42) wurde vor seinem Unfalltod von der Kripo vernommen.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2015 | 10:43 Uhr

Der Fall der vermissten Renate Hinrichsen aus Büdelsdorf wird immer rätselhafter. Von der 59-Jährigen fehlte auch gestern jede Spur – trotz intensiver Suche und Ermittlungen der Polizei im persönlichen Umfeld der Frau. Nach Auswertung von Zeugenaussagen setzten die Beamten unter anderem Spürhunde ein. Außerdem wird nach Renate Hinrichsen ab sofort im gesamten Bundesgebiet gefahndet.

Seit Anfang April ist die Büdelsdorferin verschollen. „Es ist zu befürchten, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist“, heißt es aus der Staatsanwaltschaft Kiel. Der Tatverdacht richtet sich gegen Mike F., einen Bekannten der Vermissten aus Zepelin in Mecklenburg-Vorpommern. Doch der 42-Jährige lebt seit Freitagabend nicht mehr – er starb bei einem Verkehrsunfall.

Mit ihm wollte sich die Büdelsdorferin am 2. April treffen. Am 9. April, dem Donnerstag nach Ostern, erschien Renate Hinrichsen nicht an ihrem Arbeitsplatz. Kollegen alarmierten die Polizei, weil die 59-Jährige als sehr zuverlässig galt. Weitere Ermittlungen der Mordkommission Kiel, besonders die Analyse von Handy-, Mail- und Bankdaten der 59-Jährigen, konkretisierten den Anfangsverdacht gegen den 42-Jährigen. Nach unbestätigten Informationen soll Mike F. in der Nähe von Rendsburg als Orthopädietechniker gearbeitet haben. Er lebte unter der Woche am Kanal, das Haus in Zepelin soll er nur als Wochenend-Domizil genutzt haben. Die Polizei machte zum persönlichen Hintergrund des 42-Jährigen bisher keine Angaben.

Fest steht: Mike F. war von der Polizei bereits am vergangenen Donnerstag als Zeuge vernommen worden. Am Tag darauf sollte der Verdächtige erneut von Beamten angehört werden, dieses Mal in Anwesenheit eines Rechtsanwalts. Am selben Tag untersuchten Spezialisten der Kripo sein Wohnhaus in Zepelin. Am späten Nachmittag begann die Polizeiaktion. Stunden später, um 19.02 Uhr, verunglückte Mike F. auf einer Landstraße bei Wismar tödlich. Er war mit seinem Auto ungebremst gegen einen Baum geprallt. Auf einem Radweg blieb der auf seinen Namen zugelassene Opel Corsa auf dem Dach liegen. Passanten zerrten den tödlich Verletzten noch aus dem Fahrzeug, bevor es völlig ausbrannte. Weitere Personen hatten sich nicht in dem Pkw befunden. Die Kripo und Spezialisten der Dekra suchen weiter nach der Unfallursache.

Und in Büdelsdorf? Dort sind die Nachbarn von Renate Hinrichsen geschockt und ratlos. Kaum jemand kannte die Vermisste. Am Rande des Gewerbegebiets bewohnte die 59-Jährige eine Doppelhaushälfte als Untermieterin. Alle Gardinen und Rollos der Wohnung sind zugezogen. Im kleinen Innenhof, der zur Haustür führt, wuchert das Unkraut. Gartenstühle sind ineinander gestapelt, das Namensschild wurde mit Klebeband notdürftig am Briefkasten befestigt. Der Carport steht leer. Das Auto von Renate Hinrichsen fanden die Ermittler am Haus des 42-Jährigen in Zepelin. „Sie hat sehr zurückgezogen gelebt, wir haben sie ganz selten gesehen“, sagt eine Nachbarin. „Wenn der wirklich was passiert ist  ...“, fügt sie hinzu und macht eine lange Pause. „Sie hat ja keinem was getan. Schrecklich.“ Eine andere Anwohnerin ein paar Hausnummern weiter kennt Renate Hinrichsen nur vom Hörensagen. „Ich habe sie nie gesehen und weiß nichts über sie“, sagt die Rentnerin. „Nur dass sie in dem Haus an der Ecke zur Untermiete gewohnt haben soll.“ Die Vermieterin von Renate Hinrichsen möchte sich nicht zu dem Fall äußern. Auch sie ist bereits von Beamten der Kriminalpolizei befragt worden.

Die Ermittler suchen weiterhin Zeugen und korrigierten frühere Angaben zu Renate Hinrichsen: Die Vermisste sei größer als zunächst angenommen, nämlich zwischen 1,80 und 1,82 Meter, meldete die Polizeidirektion Kiel. Die Büdelsdorferin wiegt etwa 60 Kilogramm und wirkt südeuropäisch. Ihre langen, dunkelbraunen Haare trägt sie meist zu einem Zopf. Wer Renate Hinrichsen gesehen hat, wird gebeten, sich unter Tel. 0431/160-3333 bei der Kriminalpolizei in Kiel oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

 

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