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Dienst soll sicherer werden : Polizei schließt kleine Dienststellen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Um den Dienst sicherer zu machen, will die Direktion Neumünster einige Stationen um Rendsburg und im Kreisgebiet zusammenlegen.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 11:21 Uhr

Kleineren Orten in der Region Rendsburg steht der Rückzug der Polizei bevor. Innenminister Andreas Breitner bestätigte jetzt bei einem Besuch bei der Ämtergemeinschaft Fockbek und Hohner Harde, dass die Polizeistationen Hohn und Hamdorf aufgegeben und nach Fockbek verlegt werden sollen. Das geht aus Vorschlägen der Polizeidirektion Neumünster hervor, die auch die Dienststellen in Osterrönfeld, Schacht-Audorf und Büdelsdorf sowie vier weitere im Kreisgebiet betreffen.

„Das Gefährdungspotenzial für die Beamten ist nicht mehr das gleich wie vor 20 Jahren“, sagte Andreas Breitner gestern. Deshalb befürworte er die Zusammenlegung, um die Sicherheit der Polizisten zu gewährleisten. „Wir können nicht mehr verantworten, Polizisten alleine zum Einsatz fahren zu lassen.“ Das sei jedoch bei den kleinen Dienststellen häufig der Fall.

Bernd Lohse, Leiter der Polizeidirektion Neumünster, bestätigt das. Eine interne Arbeitsgruppe habe die Vorschläge zur Eigensicherung erarbeitet. „Wir ziehen uns nicht aus der Fläche zurück, sondern konzentrieren uns“, sagte Lohse auf Nachfrage der Landeszeitung. Die Sicherheit der Beamten sei nur bei einer gewissen Größe der Dienststelle gegeben. Die Stationen in Hohn und Hamdorf sind jeweils mit zwei Beamten besetzt. Weil die aber auch einmal Urlaub haben oder erkranken und vor allem in andere polizeiliche Dienste eingebunden sind, bleiben die Stationen bereits jetzt zum Teil einfach oder gar nicht besetzt. Dass es zur Zusammenlegung kommt, ist offenbar ziemlich sicher: „Es obliegt jeder Polizeidirektion selbst, für sich die richtige Struktur zu finden“, sagte Innenminister Breitner. Doch die Direktion hat laut Bernd Lohse den Antrag beim Landespolizeiamt noch nicht gestellt. Deshalb ist auch noch offen, wann die Dienststellen zusammengelegt werden. In Fockbek müsste erst einmal ein geeignetes Büro gefunden werden, weil dann nicht mehr drei, sondern sieben Beamte dort ihren Dienst verrichten.

Ähnliche Pläne gibt es für die Dienststellen Osterrönfeld und Schacht-Audorf. Weil die nur wenige Kilometer von einander entfernt liegen, möchte Bernd Lohse sie in Osterrönfeld zusammenlegen. Und für Büdelsdorf strebt er „eine andere Form der Präsenz“ an: „Büdelsdorf und Rendsburg ergeben einen kriminalgeografischen Raum“, erklärte Lohse. Deshalb möchte er die Station zu einer Außenstelle des Reviers Rendsburg machen. Künftig sollen dort nur noch zwei Beamte tagsüber Dienst tun, um für die Bürger ansprechbar zu sein, aber nicht alle Aufgaben wie vorher bewältigen. Laut Bernd Lohse sollen sie dennoch weiterhin Anzeigen entgegen nehmen und „kleinere Ermittlungen im Nahbereich“ führen. Das würde zur Folge haben, dass die Station Owschlag eine Planstelle hinzubekommt, um für einen Bereich Büdelsdorfs zuständig zu sein. Zudem sollen drei weitere Stationen mit jeweils nur einem Beamten in größere Dienststellen integriert werden: Groß Vollstedt nach Nortorf, Waabs nach Damp und Fleckeby nach Ascheffel. Andreas Breitner versicherte: „Das bedeutet keine Einschränkung für die Sicherheit. Die Polizisten sind im Notfall genau so schnell vor Ort wie vorher.“

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