Kriminelle Albaner : Polizei nimmt fest, Kreis schiebt ab

In einer gemeinsamen Aktion nahmen die Ausländerbehörde des Kreises und die Polizei die Albaner fest und brachten sie zum Landesamt für Flüchtlinge nach Boostedt.

In einer gemeinsamen Aktion nahmen die Ausländerbehörde des Kreises und die Polizei die Albaner fest und brachten sie zum Landesamt für Flüchtlinge nach Boostedt.

Sie beantragten Asyl und begingen im Kreis Rendsburg-Eckernförde eine Fülle an Straftaten. Jetzt wurden vier kriminelle Albaner abgeschoben.

shz.de von
31. Januar 2018, 10:54 Uhr

Die Ausländerbehörde des Kreises ist in Hanerau-Hademarschen mit Hilfe der Polizei gegen vier kriminelle Albaner vorgegangen. Am Donnerstag gegen 20 Uhr verschafften sich vier Kreismitarbeiter und sechs Polizisten Zutritt zur Wohnung der zwischen 23 und 25 Jahre alten Männer. Die zur Ausreise verpflichteten Flüchtlinge wurden festgenommen. In der Wohnung trafen die Behördenvertreter auf zwei weitere Albaner. Diese mussten sich gestern in der Kreisverwaltung zur Überprüfung ihrer Personalien melden. Dabei stellte sich heraus, dass sich beide ebenfalls illegal in Deutschland aufhalten.

Während diese beiden Männer sich jetzt im Ausreise- bzw. Polizeigewahrsam befinden, wurden die anderen vier zum Frankfurter Flughafen gebracht und gestern Mittag nach Albanien abgeschoben. Damit endete für die Behörden ein langes Verfahren. Die Albaner waren in den Jahren 2014 und 2015 nach Deutschland eingereist und hatten Asyl beantragt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte dies als offensichtlich unbegründet ab. Der letzte ablehnende Bescheid erging im Juni 2017. Da keiner der Betroffenen gegen die Bescheide klagte, wurden sie nach Ablauf der Fristen rechtskräftig. „Damit waren die Männer zur Ausreise verpflichtet“, sagt Jörn Petersen, Leiter des Fachdienstes Zuwanderung.

Dennoch konnte der Kreis sie nicht ohne Weiteres abschieben. Denn alle vier waren mittlerweile als Straftäter aufgefallen. Einfacher Diebstahl, räuberischer Diebstahl, Erschleichen von Leistungen, Körperverletzung, Bedrohung – die Liste der Straftaten ist lang. Die Staatsanwaltschaft ermittelte in zahlreichen Fällen. Das Amtsgericht verurteilte die Männer zu Geldstrafen, Arrest und in einem Fall zu vier Monaten Haft auf Bewährung. Weitere Verfahren waren noch anhängig. Das Problem: Erst wenn die Staatsanwaltschaft die Freigabe erteilt, darf abgeschoben werden. Offenbar waren sich die Ermittler nicht einig. Die Freigabe wurde ausgesprochen, dann wieder zurückgezogen. Auf Bitten des Kreises schaltete sich schließlich der zuständige Oberstaatsanwalt ein. Dieser entschied: Auch wenn noch mehrere Verfahren laufen, können die Männer umgehend nach Albanien zurückgeschickt werden. Daraufhin leitete die Ausländerbehörde die Abschiebung in die Wege, in enger Abstimmung mit den Ordnungshütern. Fachdienstleiter Petersen: „Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist hervorragend.“

So war es auch am Donnerstag Abend in Hanerau-Hademarschen. Das große Aufgebot an Polizisten und Kreismitarbeitern machte aus Sicht von Petersen offenbar Eindruck. „Die Albaner verhielten sich kooperativ“, erklärt der Fachdienstleiter. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern klärte Petersen die Betreffenden über die Rechtslage auf. Dann hatten sie Gelegenheit, ihre Sachen zu packen, wurden von den Polizisten in Handschellen abgeführt und anschließend zum Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Boostedt gebracht. Von dort aus ging es zum Frankfurter Flughafen.

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