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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 20:05 Uhr

Politik verärgert über Schulbehörde

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Verwaltung und Ministerium schweigen sich über Verteilung zusätzlicher Lehrerstellen aus / Jörg Hollmann (CDU) fühlt sich „nicht ernst genommen“

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 11:32 Uhr

Das neue Schuljahr hat längst begonnen, doch wo die von der Landesregierung angekündigten neuen Lehrer ihren Dienst angetreten haben, scheint völlig unklar. Zumindest die Politik wird weitgehend im Dunkeln darüber gelassen, an welche Schulen im Kreis die rund 20 zusätzlichen Stellen (wir berichteten) verteilt wurden. Nachdem das Bildungsministerium eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion vor rund einem Monat bereits unzureichend beantwortet hatte, fühlt sich jetzt auch der Hauptausschussvorsitzende Rendsburg-Eckernfördes, Jörg Hollmann (CDU), „nicht ernst genommen“.

Hollmann hatte Ende August eine Anfrage an die Kreisverwaltung gestellt, in der er sich unter anderem danach erkundigte, welchen Schulen konkret im Kreisgebiet die zusätzlichen Planstellen zugeordnet werden. „Die Antwort ist jedoch völlig unbefriedigend“, sagte Hollmann zur Landeszeitung. Denn die Untere Schulaufsicht geht darin nicht über den ohnehin bekannten Stand hinaus. Die Rede ist lediglich von 9,25 Stellen für Schulen der Sekundarstufe I. Welche aber konkret davon profitieren, wird nicht genannt. Zudem könne über die Verteilung an nicht schulamtsgebundene Schularten (Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe) keine Auskunft gegeben werden. Jörg Hollmann ärgert diese Antwort. „Das Schuljahr läuft seit knapp zwei Wochen, allmählich müsste die Schulaufsicht doch etwas über die Lehrerstellen wissen“, sagte er. Er sei sich sicher: „Wenn man gewollt hätte, wäre eine vollständige Antwort möglich gewesen.“

Mit seiner Anfrage habe er erfahren wollen, ob alle angekündigten Stellen auch von den Lehrern angetreten worden sind. In der Antwort steht zwar: „Derzeit sind alle Stellen an den schulamtsgebundenen Schulen besetzt, neu eingestellte Lehrkräfte haben ihren Dienst angetreten.“ Wenn das wirklich stimme, sei er zufrieden. Doch belegt habe die Behörde das nicht. „Die Nachvollziehbarkeit fehlt“, sagte Hollmann. Die unzureichende Antwort zeige, „wie die Schulaufsicht mit ehrenamtlichen Kreistagsabgeordneten umgeht“. Seiner Meinung nach werden sie nicht ernst genommen. Selbst wenn die Schulaufsicht die geforderten Angaben nicht hätte machen können, habe er zumindest eine Erläuterung der Gründe erwartet. „Ich bestehe auf eine Antwort“, sagte er und machte das gestern auch im Hauptausschuss deutlich.

Konkret geht es um 19,35 Stellen für den Kreis, die durch die „Bafög-Millionen“ möglich geworden sind. Die gingen daraus hervor, dass der Bund die Ausbildungsförderung vom Land übernommen hat. Das Bildungsministerium hatte bereits vor einem knappen Monat in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion aufgeschlüsselt, dass im Kreis 6,1 Stellen an die Gymnasien gehen, 9,25 an Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe und vier an Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe. Doch Angaben darüber, welche Schulen konkret profitieren, wurden auch hier nicht gemacht. Bildungsministerin Waltraud Wende sei „zu feige“, die Verteilung bekannt zu geben, weil dadurch klar werde, wie schlecht die allgemeinbildenden Schulen mit Lehrkräften ausgestattet seien, sagte damals die Landtagsabgeordnete Heike Franzen (CDU). Ministeriumssprecher Thomas Schunck konnte lediglich sagen, wie die Stellen auf Gymnasien verteilt werden.

Schulrat André Berg räumte gegenüber der Landeszeitung ein: „Die Antwort ist vielleicht ein bisschen einfach.“ Es habe bereits vor den „Bafög-Millionen“ eine Zuweisungsrunde gegeben. Wegen der zusätzlichen Stellen seien dann Umrechnungen nötig gewesen.

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