Beschluss : Polit-Bündnis will 24-Stunden-Kita

Zur Zeit gibt es in Rendsburg 988 vom Kreis genehmigte Kindergartenplätze, darunter 150 Krippenplätze.
Zur Zeit gibt es in Rendsburg 988 vom Kreis genehmigte Kindergartenplätze, darunter 150 Krippenplätze.

Antrag von CDU, Grünen, FDP und SSW zu längeren Öffnungszeiten der Kindergärten. Rathaus soll Bedarf ermitteln.

shz.de von
27. Juni 2018, 20:02 Uhr

Rendsburg | Die Öffnungszeiten der Kindergärten in Rendsburg sollen sich stärker als bisher an den Bedürfnissen der Eltern orientieren. Das neue Polit-Bündnis von CDU, Grünen, FDP und SSW hat dazu im Sozialausschuss den ersten Pflock eingeschlagen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Wünsche der Eltern zu ermitteln und eine Kostenschätzung für ein umfangreicheres Kindergarten-Angebot vorzulegen. Das Bündnis machte seine Bereitschaft deutlich, neue Wege einschlagen wollen, bis hin zur Schaffung einer Kita, die rund um die Uhr geöffnet ist – in der Kinder also auch übernachten können.

Der Antrag wurde einstimmig beschlossen. Auch die SPD votierte dafür, obwohl sie zuvor ein eigenes Papier vorgelegt hatte. Darin zielten die Sozialdemokraten darauf ab, die Öffnungszeiten der vier städtischen Kindergärten auf 5 bis 21 Uhr auszudehnen, sofern Bedarf besteht. Derzeit haben die Kindertagesstätten Stadtpark, Butterberg und Villa Kunterbunt von 7 bis 17 Uhr geöffnet, die Kita Neuwerk betreut ihre Schützlinge von 5.45 bis 18 Uhr. Auf die Kindergärten freier Träger bezog sich der SPD-Antrag nicht, ebensowenig umfasste er eine 24-Stunden-Kita – im Gegensatz zum Vorstoß der Polit-Allianz.

Eine Rund-um-die-Uhr-Kita gibt es bisher nicht im Kreis Rendsburg-Eckernförde. CDU-Ratsherr Jochen von Allwörden hat viel Sympathie für diese Idee, wie er in der Sitzung des Sozialausschusses unterstrich. Dieses Angebot würde sich unter anderem an alle richten, die im Schichtdienst tätig sind. Zu den Kosten sagte von Allwörden, dass das Land im Jahr 2020 ein neues Kita-Finanzierungsgesetz auf den Weg bringen will. Grünen-Ratsherr Norbert Klan sagte: „Wir wollen eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Die Vertreter des Polit-Bündnisses betonten, dass eine genaue Bedarfsanalyse die Grundlage des weiteren Handeln sei. Die für die Kindertagesstätten zuständige Fachbereichsleiterin Andrea Loose bezeichnete den dafür erforderlichen Aufwand als erheblich. Um eine fundierte Datenbasis zu erhalten, müsse man alle Eltern anschreiben, die Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren haben: „Das sind 5500 Anfragen.“

Sollte die Stadt eine 24-Stunden-Kita einrichten wollen, müsste die Kreisverwaltung das genehmigen. Zuständig ist Christina Mönke, Leiterin des Fachdienstes Kinder, Jugend, Sport. „Ich stehe der Idee aufgeschlossen gegenüber“, sagte sie auf Anfrage. Voraussetzung sei ein in sich geschlossenes Konzept, das auch auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter Rücksicht nimmt. Bisher ist das Interesse an nächtlichen Betreuungszeiten allerdings gering. Jährlich handele es sich um „eine Handvoll Anfragen“. Den betroffenen Eltern konnte man helfen. „Allerdings“, so Christina Mönke, „gelang das nur mit Hilfe engagierter Tagesmütter.“

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