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Nach Beschwerden : Pöbelnder Fahrer lenkt keine Stadtbusse mehr

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Mitarbeiter der zum Betreiber Transdev gehörenden Norddeutschen Verkehrsbetriebe räumt Fehlverhalten ein und steigt auf eigenen Wunsch aus.

von
erstellt am 06.Sep.2017 | 11:15 Uhr

Er hat seinen Platz am Lenkrad geräumt. Ein Busfahrer der Norddeutschen Verkehrsbetriebe (NVB) hat nach einer Kundenbeschwerde seinen Dienst auf den Rendsburger Linien quittiert. „Er wird künftig auf eigenen Wunsch nicht mehr im Stadtverkehr eingesetzt“, teilte die Pressestelle gestern auf Anfrage mit.

Wie berichtet, übernahm das Unternehmen den Linienbetrieb in der Region Rendsburg im Januar. Viele Kunden zeigten sich zufrieden, aber immer wieder kam es auch zu Beschwerden. Zuletzt beklagten sich die Fahrgäste Bengt und Maja Medin über das Verhalten eines Busfahrers. Er steuerte am Freitag die Linie 19 von Rendsburg nach Büdelsdorf. Bengt und Maja Medin stiegen gegen 10 Uhr in Rendsburg am Grünen Kranz ein, um zum Einkaufszentrum Rondo in Büdelsdorf zu fahren. Nach ihrer Darstellung ignorierte der Fahrer kurze Zeit später ihren Haltewunsch. Das Ehepaar wollte an der Station Osthoff aussteigen, doch der Bus fuhr daran vorbei. Als Bengt Medin den Fahrer darauf ansprach, habe der aggressiv reagiert. Aufgrund von Gehbehinderungen ist das Paar auf Rollatoren angewiesen. Für die Rückfahrt nahm es ein Taxi, um dem Fahrer nicht wieder begegnen zu müssen.

Nach einer Anfrage der Landeszeitung sprachen die Verantwortlichen des Busunternehmens mit dem Mitarbeiter. „Er hat die Schilderung des Ehepaars Medin im Großen und Ganzen bestätigt“, teilte die Pressestelle mit und betonte: „Dieses Verhalten ist für uns in jeder Hinsicht inakzeptabel und steht in eklatantem Widerspruch zu unserem Selbstverständnis als Unternehmen. Wir haben uns bereits beim Ehepaar Medin für das Verhalten unseres Mitarbeiters entschuldigt. Der betreffende Mitarbeiter selbst bedauert sein Verhalten mittlerweile sehr.“

Im Juli hatte sich bereits eine 20-Jährige über einen pöbelnden Busfahrer beklagt. Nachdem er am Zentralen Omnibusbahnhof in Rendsburg mit dem Bus der Linie 3 von Rendsburg nach Fockbek zu spät abgefahren war, kam es zwischen ihnen zum Streit. Fast zwei Kilometer vor ihrem Ziel setzte der Mitarbeiter die Frau daraufhin vor die Tür.

Handelte es sich um denselben Busfahrer? Auf diese Frage hin teilten die Norddeutschen Verkehrsbetriebe gestern mit: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir mit Verweis auf das Persönlichkeitsrecht nicht näher auf Ihre Fragen zum betroffenen Mitarbeiter eingehen können.“ Damals nahm das Busunternehmen den kritisierten Fahrer in Schutz.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde als Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs hatte kurz darauf seine Zufriedenheit mit dem Busunternehmen betont. Fahrgäste bemängelten aber, dass er keine Beschwerdestelle eingerichtet hatte.

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