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Aus heiterem Himmel : Plötzliches Unwetter flutet Straßen, Wege und Keller

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kanalisation kann Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Mehrere Verkehrswege abgeschnitten.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2016 | 09:35 Uhr

Es war kurz, aber heftig. Das Unwetter, das Rendsburg gestern am frühen Nachmittag heimgesucht hat, dauerte zwar nur rund eine halbe Stunde. Es reichte aber, um mehrere Unterführungen, Keller und auch mindestens ein Geschäft in der Innenstadt unter Wasser zu setzen. Land unter hieß es an den Unterführungen Kieler Straße, Röhlingsweg und Brückenstraße. Auch einige Fußgängertunnel waren unpassierbar geworden. „Kommen wir da hinten rüber“, fragte ein Passant einen anderen angesichts des voll gelaufenen Fußgängertunnels Am schwarzen Stieg und zeigte in Richtung Unterführung Brückenstraße. Als Antwort gab es nur ein Schulterzucken.

Denn eigentlich ging an der Unterführung Brückenstraße zwischen Rendsburg und Büdelsdorf gar nichts mehr. Kniehoch stand das Wasser auf der Fahrbahn, die Kanalisation war überfordert. Doch bis die Feuerwehr die Unterführung absperrte, rollte der Verkehr durch die Fluten weiter. Pkw aus Richtung Büdelsdorf kommend wählten die Furt in der Straßenmitte, Rendsburger Fahrer wichen kurzerhand auf den Fuß- und Radweg aus. Kreativität in der Auslegung der Straßenverkehrsregeln bewies auch ein Motorradfahrer, der seine Fahrt kurzerhand über den Fußgängerweg der Eisenbahnbrücke fortsetzte.

Die Feuerwehrleute waren an der Brückenstraße hauptsächlich damit beschäftigt, die unter Wasser liegenden Abflüsse zu finden – auf ihre Lage weist kein Zeichen hin. „Wir haben dann die Gullys geöffnet, damit es ein bisschen schneller abfließt“, sagte Gruppenführer Hartmut Schwertfeger nach dem Einsatz. Das Problem sei, dass die Kanalisation vor Jahren verkleinert worden sei. Ein Passant gibt ihm Recht. „Die Durchmesser der Abläufe sind unterdimensioniert“, sagte er. Seiner Meinung nach ein selbstgemachtes Problem, früher seien die Abläufe größer gewesen, dann wurden sie verengt.

Für den Rendsburger Wehrführer Gerrit Hilburger folgte auf den nassen Nachmittag keine besondere Einsatzsituation. „Aus unserer Sicht war das keine größere Lage“, sagte er, „es wurde nur ein Zug alarmiert.“ Die 30 Feuerwehrleute seien ab 15 Uhr zu sieben Unwettereinsätzen ausgerückt, die um 17 Uhr beendet waren. Offenbar war das Unwetter ein lokal begrenztes Phänomen. Als der Fockbeker Wehrführer Hans-Jürgen Mumm am Nachmittag am Rendsburger Bahnhof stand, befürchtete er Schlimmes. „Aber wir hatten gar nichts – sehr ungewöhnlich“, sagte er. In Schacht-Audorf gab es dagegen einen Einsatz. Der Keller des Verwaltungsgebäudes war voll gelaufen und wurde eine Stunde vor der Sitzung des Bauauschusses leergepumpt.  

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