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Neubau der Feuerwache : Platz an der Nordmarkhalle erste Wahl

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die alte Wache entspricht schon lange nicht mehr modernen Standards. Die Feuerwehr braucht ein neues Haus. Die Verwaltung favorisiert jetzt Standort am Ex-Güterbahnhof.

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2014 | 11:35 Uhr

Die Diskussion um eine neue Feuerwache nimmt nach Monaten der Ruhe wieder Fahrt auf. Im Bauausschuss am Dienstagabend stellte der Vertreter eines Planungsbüros aus Bayern vier mögliche Varianten vor (wir berichteten). Während über das Thema zunächst fraktionsintern weiter beraten wird, hat die Verwaltung bereits einen klaren Favoriten: Das weitgehend brach liegende Gelände zwischen der Bahntrasse und der Nordmarkhalle – ehemaliger Güterbahnhof – sei als neuer Standort „absolut denkbar“, heißt es aus dem Rathaus. Zudem gebe es einen Interessenten für das städtische Grundstück an der Herrenstraße. Dort ist die Feuerwache bislang beheimatet. Der Kaufpreis für das ehemalige Bahnhofsgelände östlich der zweigleisigen Bahntrasse betrage rund 900 000 Euro. Die Grobkosten für den „Neubau Güterbahnhof“ beziffern die Projektentwickler aus dem Süden mit knapp 10,7 Millionen Euro. Im Gespräch ist, dass die Stadtwerke Rendsburg als Bauherr auftreten und die neue Feuerwache anschließend an die Stadt verpachten.

Das Büro „K-Plan“ schlägt unter anderem vor, die zu klein geratene Feuerwache an der Herrenstraße komplett abzureißen und durch einen größeren Neubau zu ersetzen (Kosten: 10,3 Millionen Euro). In einer zweiten Variante bleiben zumindest die Fahrzeughallen stehen. Alle anderen Gebäude weichen einer Neubau-Lösung, auch das benachbarte Parkdeck (Kosten: 8,6 Millionen Euro). Ein von den Projektplanern skizziertes drittes Modell, welches das ehemalige Dienstleistungszentrum der Bundeswehr als Nutzfläche einbezieht, gilt inzwischen als unwahrscheinlich. Die ehemals militärisch genutzten Gebäude an der Kaiserstraße stehen nach Auskunft der Stadt nicht mehr zur Verfügung.

Ein aufmerksamer Verfolger der politischen Diskussion ist Wehrführer Gerrit Hilburger. „Alle vier Varianten wären machbar für uns, wir schließen keine kategorisch aus“, sagt Rendsburgs oberster Brandschützer. An der Herrenstraße sei die Verkehrsanbindung zwar „ideal“, man sei von dort aus mit allen Fahrzeugen schnell in allen Stadtteilen vor Ort. Dennoch sei das Platzangebot westlich der Bahngleise eben begrenzt, selbst ein Abriss des Parkdecks ändere nichts an dieser Situation. Vor diesem Hintergrund ist für Hilburger die Variante an der Nordmarkhalle ebenfalls erste Wahl. „Mir ist es lieber, dass wir uns uneingeschränkt entwickeln können, als am alten Standort immer irgendwie eingeengt zu sein.“ Hilburger denkt dabei auch an eine mögliche Kooperation mit den Blaulicht-Einheiten des Kreises. „Wünschenswert wäre, wenn hier langfristig Synergieeffekte genutzt werden könnten“, so der Wehrführer. Der Löschzug-Gefahrgut des Kreises hat in der Graf-von-Stauffenberg-Straße seine Basis, und die Feuerwehrzentrale des Kreises, die Dienstleistungen für alle Wehren in der Region erledigt, ist in der Berliner Straße zu finden. Alle drei Truppen von Stadt und Kreis vereint an einem Standort – dieses Ziel hält Hilburger langfristig für erstrebenswert. Reaktion aus dem Kreishaus: „Wir sind jederzeit für Gespräche offen“, sagt Sprecher Martin Schmedtje. „Die Lösung muss für den Kreis nur wirtschaftlicher sein als die jetzige Situation.“

Einen klaren Nachteil hat der Standort Güterbahnhof allerdings. Nur bei Einsätzen in der Parksiedlung und Schleife wird es den Rettern erspart bleiben, die Bahntrasse überqueren zu müssen. Problem: Die Kieler Straße unter der Dresdner Brücke und die Alte Kieler Straße unter den Gleisen sind nach Starkregenfällen oft überschwemmt. Beide Tief-Punkte könnten im schlechtesten Fall zum Hindernis werden und lebenswichtige Minuten kosten.

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