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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 20:00 Uhr

Platt mit Punsch und Leckereien

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Heiko Gauert informierte über die Verbreitung des Plattdeutschen

Zum 14. Mal begrüßte Waltraut Barnstedt, Vorsitzende des Ortsvereins Hanerau-Hademarschen im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, die Gäste zum plattdeutschen Abend „Platt un Punsch“ im Restaurant „Köhlbarg“. Über 80 Gäste waren gekommen, und die Vorsitzende und deren Helfer mussten wieder zusätzliche Stühle in den Versammlungsraum tragen.

Zu Gast war Heiko Gauert, Plattdeutschprofi, pensionierter Pädagoge und den Lesern der Landeszeitung durch eine wöchentliche Kolumne zum Tagesgeschehen bekannt. Zu diesem Thema meldete sich Ilse Kählert aus Lütjembornholt kritisch: Plattdeutsche Berichte sollten nicht 1:1 auf Platt übersetzt werden. Für manche modernen Worte gebe es einfach keine plattdeutsche Bezeichnung, sie sollten deshalb auch so belassen werden.

Zwischen den Lesungen gab es Musik mit dem Instrumental- und Gesangsduo Anka und Wolfgang Mohr aus Albersdorf, die die Heimat, die Muttersprache und das Geschehen in der Storm-Novelle „Der Schimmelreiter“ besangen, die der Dichter Theodor Storm bekanntlich in Hademarschen geschrieben hatte.

„Op Plattdüütsch heet dat Moin“, betitelte Referent Heiko Gauert, der als Chef der Heimatgemeinschaft Eckernförde amtiert, seinen Vortrag. „Moin“ heißt nicht Morgen, sondern hübsch, fein. In Gauerts Ausführungen ging es um die Anfänge und die Verbreitung der plattdeutschen Sprache in Norddeutschland. Die Ursprünge sind durch Wanderungen von Volksstämmen in der Zeit um 400 nach Christi Geburt, vor 1600 Jahren, bewiesen. Erstes Platt wurde von den „Sassen“ gesprochen, die im westlichen Holstein saßen. Und dann stellte Gauert anhand von Beispielen die Verbreitung unserer Sprache anhand von Wortableitungen her: Angelsachsen, England mit der Landschaft Sussex und Vieles mehr.

„De groote, plattdüütsche Spraakruum kannst du mit een Eekboom (Eiche) verglieken, de wiete un breete Telgen (Zweige) hett“, sagte Gauert und zitierte dazu das bekannte Gedicht, das auch vertont wurde. Die Vielfalt der Ausdrucksformen der plattdeutschen Sprache bewies Gauert mit den Vorlesen von Geschichen. Da wurde nach Herzenslust auf Platt geschimpft, Herz, Liebe und Gefühl gezeigt und Alltägliches mit Humor betrachtet. Gauert endete seinen Vortrag mit der bemerkenswerten Erzählung von den „Offenen Türen“ in jedem Haus, in der es keine Schlüssel und keine Türklingel gab, in die man einfach eintrat.

Dass in der Pause Punsch und kleine Leckereien auf die Tische kamen, ist Kult bei dieser Veranstaltung. Den Schlusspunkt des fast dreistündigen Abends setzten alle Besucher mit der Begleitung vom Duo „Driefholt“ mit dem Theodor-Storm-Lied „Öwer de stillen Straaten“.

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