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Bürgerwindpark : Planungen laufen auf Hochtouren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Bürgerwindpark in Schülp nimmt immer konkretere Formen an: Der Bauantrag soll Anfang 2014 gestellt werden. Ende 2014 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und die Windräder stehen.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2013 | 17:42 Uhr

„Ende 2014 sollen die Windräder in Betrieb genommen und an das Netz angeschlossen werden,“ wünscht sich Herbert Zabel von der Gesellschaft „Bürgerwindpark Schülp bei Nortorf“. Ein weiterer Schritt hin zur Verwirklichung dieses Ziels wurde mit der Vorstellung des Planungsstandes und Bebauungsplans in der Sitzung des Bau-, Wege- und Umweltausschusses der Gemeinde getan.

Laut Holger Gronau würden die Planungen auf Hochtouren laufen. Sowohl der geforderte Abstand zur Landesstraße 328 und zum Timmasper Weg sei eingehalten worden als auch die verlangte Entfernung von mindestens 450 Metern zu den nächsten Anwohnern. Zudem sei im Rahmen der Naturschutzmaßnahmen ein Ausgleich geschaffen worden, fasste der Diplom-Ingenieur des beauftragten Planungsbüros zur Windparkentwicklung zusammen. Nun werde lediglich auf das Schall- und Schattengutachten gewartet. „Da der Bebauungsplan neutral ausgelegt ist, tauchen dort keine Windräder auf. Von der Wahl der Anlage, über die der „Bürgerwindpark“ entscheidet, hängt dann auch der Schall ab.“ Er gehe aber davon aus, dass mindestens schallreduzierte Anlagen zum Einsatz kommen müssten, die eventuell zwischen 22 und 6 Uhr abgeschaltet werden, erklärte Gronau.

Ende November könne dann in der Gemeindeversammlung der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst werden. Auch Volker Rathjen hält diesen Zwischenschritt für realistisch, allerdings hege der Bürgermeister Zweifel daran, dass mit Beginn des Jahres 2014 der Bauantrag gestellt werden könne. „Der Bauausschuss hat den Planungsstand zwar einstimmig abgesegnet und auch in der positiv gestimmten Bevölkerung sind keine Missstände zu erkennen, aber Uneinigkeiten in der Gesellschaft „Bürgerwindpark“ verzögern die Bürgerbeteiligung,“ erklärte Rathjen. Doch Zabel hält an seinem Ziel fest. Die Anlieger an dem Windpark seien bereits am Projekt beteiligt und entschädigt worden. „Die Resonanz ist gut und die Menschen freuen sich auf das Projekt,“ zeigte sich der Mitbegründer der 2012 ins Leben gerufenen Gesellschaft zuversichtlich. Das Prospekt, das alle Schülper Bürger über den Windpark informieren solle, befände sich in der Herstellung. Im 1. Quartal des kommenden Jahres könne mit der Kapitalerhöhung begonnen werden, erklärte Zabel weiter. Er wies noch einmal darauf hin, dass der Windpark von der Schülper Bevölkerung getragen werde und so weit wie möglich lokale Firmen beteiligt werden sollen. „Auch der Sitz der Gesellschaft bleibt in Schülp, um der Gemeinde die Gewerbesteuern zukommen zu lassen.“

Über Finanzen wurde dann auch in der anschließenden Sitzung der Gemeindevertretung gesprochen. Bürgermeister Rathjen freute sich über einen ausgeglichenen Haushalt sowie über das konstante Plus von 20 000 Euro bei den Abwassergebühren. „Damit hatten wir bis vor drei Jahren lange Zeit Probleme. Doch jetzt ist die Gemeinde finanziell gut aufgestellt.“ Auch die Energiegewinnung stimmte den Bürgermeister positiv. „Wir haben doppelt so viel Energie erzeugt wie verbraucht. 40 Prozent der durch regenerative Energie gewonnenen rund sechs Millionen Kilowatt/Stunde kommen von den Photovoltaik-Anlagen, 60 Prozent von der Biogas-Anlage.“ Mit dem Windpark kämen nochmal zwischen sieben und neun Millionen Kilowatt/Stunde hinzu, jedes der fünf Windräder könnte dann 2 400 Häuser zusätzlich versorgen, freute sich Volker Rathjen.

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