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Frank Höfer

Vier Jahre nach Havarie : Pläne für neue Schwebefähre über den NOK in der Warteschleife

Fertige Entwürfe liegen inzwischen vor, sie müssen aber noch geprüft werden. Wann die Fertigung beginnt, ist offen.


von
06. Januar 2020, 18:02 Uhr

Osterrönfeld | Der südliche Heimathafen des einstigen Postkartenmotivs bietet ein trostloses Bild: Wo von 1913 bis 2016 die Schwebefähre anlegte, versperrt nun ein Bauzaun den Weg an die Wasserkante. Auf dem Asphalt bildet sich Moos, eine Ampel, Lichtmasten und Hinweistafeln wurden abgeschraubt. Kabel ragen aus dem Boden. „Schwebefähre außer Betrieb“ und „Zutritt für Unbefugte verboten“ steht auf Warnschildern am Ufer des Nord-Ostsee-Kanals in Osterrönfeld.

Die Ursache für diese Baustelle liegt knapp vier Jahre zurück. Am 8. Januar 2016 stießen die Schwebefähre und der Frachter „Evert Prahm“ zusammen. Die historisch bedeutsame Hängebahn  und der mit 8,8 Knoten – umgerechnet 16,3 Stundenkilometer –  herannahende Frachter kollidierten. Gegen 6.40 Uhr krachte es etwa mittig über dem Kanal.

Hier der Moment des Zusammenstoßes im Video:

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Der Maschinist der Fähre wurde ebenso schwer verletzt wie der einzige Fahrgast, ein Polizist in Zivil auf dem Weg nach Hause.

Weiterlesen: So erlebte der einzige Fahrgast die Kollision

Wochen später wurde die alte Schwebefähre abgehängt, sie ist nicht mehr reparabel.

dpa

Am Tag der Havarie: Ein Mitarbeiter der Kanalverwaltung verschafft sich ein erstes Bild von der zerstörten Seite der Schwebefähre.
 

Wann eine neue Schwebefähre an den Start gehen wird, ist offen. Die Fertigung, die bereits im vergangenen Herbst hätte beginnen sollen, verzögert sich weiter. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau und das mit dem Neubau beauftragte Unternehmen Hermann GmbH Maschinenbautechnologie gehen dennoch davon aus, dass in diesem Jahr eine neue Hängebahn über den Kanal pendeln wird.

Nach wie vor rechnen wir mit einer Inbetriebnahme im Herbst 2020.

Rüdiger Schröder, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau

 

 „Nach wie vor rechnen sowohl das WSA als auch das beauftragte Unternehmen mit seinen Unterauftragnehmern mit einer Inbetriebnahme im Herbst 2020“, teilte Rüdiger Schröder, Sachbereichsleiter Brücken beim WSA, am Montag mit.

Die Stahlbaupläne für die neue Gondel sind fertig, aber noch ungeprüft

Fertige Ausführungspläne für den Stahlbau der unteren Fahrbühne liegen nach seinen Angaben inzwischen vor. Sie befinden sich derzeit bei einem  externen Prüfingenieurbüro. Einen Zeitpunkt für den Beginn der Fertigung nannte Schröder nicht. Das sei auch davon abhängig, wann Baustoffe zur Verfügung stünden. „Die Lieferung der Baustoffe ist mit Lieferfristen verbunden.“ Die Planungen seien sehr komplex. Der Abstimmungsprozess zwischen dem Auftraggeber und dem planenden Auftragnehmer werde intensiv geführt, um ein Optimum für alle Gewerke zu erreichen. „Es gilt hier nach wie vor: Qualität geht vor Schnelligkeit!“

Auch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung hat noch mit der Havarie zu tun

Auch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg hat noch mit der Havarie zu tun. Nach Auskunft von BSU-Direktor Ulf Kaspera am Montag ist die Untersuchung des Unglücks abgeschlossen. Jedes Detail des Zusammenstoßes wird ausführlich beleuchtet.  Der Entwurf des Berichts werde in Kürze an die Beteiligten verschickt, so Kaspera am Montag auf Anfrage. „Diese haben dann vier Wochen Gelegenheit, zu dem Entwurf Stellung zu nehmen.“

Das Unglück auf dem NOK ist bei der BSU am längsten in Bearbeitung

Die Stellungnahmen werde die BSU im Anschluss begutachten, eventuell den Entwurf abändern und als endgültigen Bericht veröffentlichen.  Der Termin hänge maßgeblich von Umfang und Inhalt der Stellungnahmen ab. Von allen 14 Fällen, die die Hamburger Behörde momentan untersucht, liegt das Unglück unter der Eisenbahnhochbrücke am längsten zurück.

Neubauauftrag ging nach Bayern

Am 12. Dezember 2018 wurde der Auftrag zum Bau einer neuen Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal erteilt. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau betraute die Firma Hermann GmbH Maschinenbautechnologie in Weiden (Bayern) mit dem Projekt. Die Kosten für den Neubau betragen voraussichtlich elf Millionen Euro, sie trägt vollständig der Bund. Das neue  Modell soll dem alten ähneln. Der filigrane Aufbau der Fährgondel wird nachempfunden. Die Fähre soll wie zuvor vier Autos und 100 Menschen gleichzeitig transportieren können. Im Unterschied zum Vorgänger wird der Neubau geschraubt und geschweißt, nicht genietet.

Osterrönfeld | Der südliche Heimathafen des einstigen Postkartenmotivs bietet ein trostloses Bild: Wo von 1913 bis 2016 die Schwebefähre anlegte, versperrt nun ein Bauzaun den Weg an die Wasserkante. Auf dem Asphalt bil...

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