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Pläne für alte Deponie sorgen für Zündstoff

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Alt Duvenstedt will Gewerbe auf dem Müllberg ansiedeln – Nachbargemeinden laufen Sturm

Wie soll mit der seit 2005 geschlossenen Zentral-Mülldeponie des Kreises Rendsburg-Eckernförde weiter verfahren werden? „Zurück zur Natur“ oder technische Nutzung zur Energiegewinnung? In einer Einwohnerversammlung im Gasthof „Linde“ wurde das Thema kontrovers diskutiert.

Alt Duvenstedt hat die Planungshoheit bei Bauvorhaben auf dem Deponiegelände. Deshalb sind die Vorstellungen der Gemeinde für das weitere Vorgehen ganz entscheidend. Weil im Sommer der nächste Bauabschnitt der festgelegten Rekultivierung beginnt, muss sich Alt Duvenstedt jetzt entscheiden.

Ralph Hohenschurz-Schmidt, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWR) des Kreises, stellte mögliche gewerbliche Nutzungen der Deponie vor. Unter dem Motto „Vom Müllberg zum Energieberg“ sei die Ansiedlung einer Firma denkbar, die aus Biomasse Energie in Form von Pellets herstellt. Der Testbetrieb läuft zurzeit auf dem AWR-Gelände. Für die gewerbliche Nutzung werde nur ein kleiner Teil der Fläche benötigt. Platz für Tourismus, Kultur und Bildung sei auf der rekultivierten Deponie weiter vorhanden, betonte Hohenschurz-Schmidt. Die Belästigung durch höheres Verkehrsaufkommen und Emissionen hält er für gering und auf jeden Fall unterhalb von festgelegten Grenzwerten.

Aber die Deponie und ihre Zukunft beschäftigt auch die Nachbargemeinden Neu Duvenstedt und Holzbunge, aus denen gut die Hälfte der 50 Besucher der Einwohnerversammlung kamen. „Wir haben die Deponie 23 Jahre lang ertragen und waren glücklich, dass sie 2005 geschlossen wurde“, machte der Neu Duvenstedter Bürgermeister Heinrich Dietrich Janzen deutlich. Die Rekultivierung sei eine tolle Sache und eine mögliche touristische Nutzung in Ordnung. „Aber wenn auf dem Müllberg wieder etwas Gewerbliches passiert, kommt massiver Widerstand aus Neu Duvenstedt.“

Seine klare Ablehnung machte auch der Landwirt Jürgen Henning deutlich, dessen Hof direkt östlich an das Deponiegelände anschließt. Auch Ole Bening, Bürgermeister von Holzbunge, erteilte einer Gewerbeansiedlung eine Absage. Er forderte, einfach nur die Rekultivierung fortzuführen.

Der Alt Duvenstedter Bürgermeister Peter Orda betonte, dass man die Einschätzungen aus den Nachbargemeinden beachte. Aber er machte auch unmissverständlich klar: „Die Alt Duvenstedter Gemeindevertreter treffen die Entscheidung.“ Das soll in der Sitzung am 3. Juli geschehen.


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