Pflegeheim vor dem Verkauf?

Für die Kommunale Seniorenwohnanlage in Elsdorf-Westermühlen wird ein neuer Betreiber gesucht

shz.de von
18. Mai 2018, 11:13 Uhr

Das Pflegeheim Hohenheide in Elsdorf-Westermühlen soll möglicherweise verkauft werden. Noch ist die Wohn- und Pflegeeinrichtung in öffentlicher Hand. Zwölf Gemeinden aus den Ämtern Hohner Harde und Fockbek betreiben das Heim mit 69 Pflegeplätzen derzeit mit einer gemeinsamen Anstalt des öffentlichen Rechts. Jetzt wollen sie die Trägerschaft abgeben. Bis Anfang Juli können noch Angebote abgegeben werden.

In den vergangenen Jahren habe es „immer wieder Anfragen auf Übernahme“ gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung der Wohn- und Pflegeeinrichtung. Schließlich hat man sich entschlossen, Interessierten die Möglichkeit zu geben, die Einrichtung tatsächlich zu erwerben. Es sei beabsichtigt, „den Betrieb als Ganzes an einen Bewerber zu veräußern“. Die Bewohner müssen offenbar nicht fürchten, dass der Verkauf das Aus des Pflegeheims bedeuten könnte. Voraussetzung für einen Verkauf sei, „dass der Bewerber den Betrieb weiterführt“.

Nach Informationen von Bernd Brommann von der Gemeinde Fockbek und Einrichtungsleiterin Margot Barth haben sich bereits Interessierte gemeldet. Die potenziellen Käufer bekamen die Möglichkeit, sich die Einrichtung anzusehen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Bis Anfang Juli haben diese Interessenten jetzt die Möglichkeit, ein Angebot einzureichen. Die rund 50 Beschäftigten wurden im Rahmen einer Versammlung darüber informiert, dass das Pflegeheim zum Verkauf steht. Auch Bewohner und Angehörige wurden darüber in Kenntnis gesetzt.

Dass die kommunale Einrichtung tatsächlich in die Hände eines privaten Betreibers übergeht, ist aber noch nicht sicher. Erst nach der Sichtung der Angebote wird entschieden, ob tatsächlich verkauft wird. Bereits in der kommenden Woche wird bei einer Sitzung des Verwaltungsrates der Wohn- und Pflegeeinrichtung Hohenheide über die Verhandlungen mit den Interessenten gesprochen.

Die Tradition des Seniorenheims reicht bis 1870 zurück. Aktuell ist das Betreuungsangebot stark nachgefragt. 2002, 2006 und 2010 wurden bereits neue Gebäude angebaut, um die Kapazität zu vergrößern. Nach Angaben von Margot Barth, die die Einrichtungsleitung vor 20 Jahren übernommen hat, sind derzeit alle 69 Plätze des Heims belegt. Außerdem gibt es eine Warteliste.

Die Anlage zeichnet sich durch große, lichtdurchflutete Räume aus. Darüber hinaus gibt es große Gärten und Parkanlagen. Großen Wert werde auf eine gute Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Bewohner gelegt, betont Barth. Man würde sich regelmäßig austauschen. Es herrsche eine „familiäre Atmosphäre“, in die neue Bewohner schnell integriert würden. Seit 15 Jahren kooperiert die Einrichtung mit der Theodor-Storm-Schule in Hohn: Einmal pro Woche kommen Schüler zu Besuch und spielen Gesellschaftsspiele mit den Bewohnern oder gehen mit ihnen spazieren. Auch Jungen und Mädchen aus dem Hamdorfer Kindergarten sind regelmäßig in Elsdorf-Westermühlen zu Gast.

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