zur Navigation springen

Bericht der Heimaufsicht : Pflege leidet unter Fachkräftemangel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In 25 Prozent der Altenheime des Kreises fehlen gelernte Altenpflegerinnen. Der Fachbereich Gesundheitsdienste verhängt vier Aufnahmestopps.

Rund ein Viertel der 57 Altenpflegeheime im Kreis Rendsburg-Eckernförde beschäftigen zu wenige Fachkräfte. Die Folge sind Mängel in der Pflege. In vier Heimen verhängte die Heimaufsicht der Kreisverwaltung deshalb einen Aufnahmestopp. Einer der 45 Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Behinderte untersagte sie sogar den Betrieb.

Der Mangel beginnt meistens harmlos. Die ausgebildeten Altenpflegerinnen haben keine Zeit, mit den Bewohnern spazieren zu gehen, ihnen die Zeitung vorzulesen oder mit ihnen zu basteln. „Diese Betreuung fällt als erstes hinten herunter“, sagt Sigrid Rathmann, die den Tätigkeitsbericht nach dem Selbstbestimmungsstärkungsgesetz für die Kreis-Fachgruppe Heimaufsicht verfasst hat. Das ist für sie ein erstes Anzeichen, dass die Mitarbeiter in der Einrichtung so sehr mit der Pflege selbst beschäftigt sind, dass für andere Tätigkeiten keine Zeit ist. Eklatant bemerkbar macht sich die Personalnot in den Heimen, wenn die Prüfer des Kreises dann auch noch Bewohner eingenässt vorfinden oder etwa feststellen, dass die Intervalle für die Körperpflege nicht eingehalten werden. Das zeigt, dass die Versorgung der Bewohner nicht sichergestellt ist. Dann wird der Kreis tätig. „Ein erster Schritt ist die Beratung, wie die Einrichtung die Mängel abstellen kann“, beschreibt Susanne Jeske-Paasch, Fachdienstleiterin Soziales, Arbeit und Gesundheit. Das ist im Berichtszeitraum 2011 bis 2012 sechs Mal vorgekommen. Jede Einrichtung wurde einmal im Jahr geprüft. In vier Fällen davon waren die Einrichtungen nicht in der Lage, die Versorgung zu sichern. Deshalb verhängte die Heimaufsicht einen befristeten Aufnahmestopp. „Neue Bewohner sind pflegeintensiver“, sagt Sigrid Rathmann. „Die Heime sollen sich jedoch auf die vorhandenen Bewohner besinnen und erst einmal deren Versorgung sichern“, fügt Susanne Jeske-Paasch hinzu.

Seit 2009 ist der Mangel an ausgebildeten Altenpflegerinnen stark gestiegen: Damals erreichten 8,5 Prozent der Altenpflegeheime nicht die gesetzliche Quote, nach der mindestens die Hälfte der Mitarbeiter Fachkräfte sein müssen. Der Rest kann aus angelernten Kräften bestehen. 2013 waren es schon 25 Prozent, es gab jedoch gegenüber 2012 (38 Prozent) eine leichte Erholung.

Die Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Behinderte erfüllten ihre Fachkraftquote. Dennoch sprach die Aufsicht einem Heim eine Untersagung aus. „Das war im Jahr 2012 ein Fall nach langer Zeit. Es gab zu wenig Personal und viele Mängel, die nicht abgestellt wurden. Wir mussten die Bewohner schützen. Unter einem neuen Träger wurde der Heimbetrieb aber ohne Mängel wieder aufgenommen“, sagt Susanne Jeske-Paasch. Ihr zufolge kann der Fachkräftemangel in der Altenpflege durch Überstunden, den Einsatz von Zeitarbeitern, Weiterbildung von angelernten Mitarbeitern und durch Werbung für den Ausbildungsberuf bei Schulabgängern aufgefangen werden.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Jan.2014 | 18:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert