Gedenkstein in Rendsburg : Per Zeitstrahl Geschichte entdecken

Enthüllen den „Zeitstrahl“ in der Holsteiner Straße: Bürgermeister Pierre Gilgenast, Johannes Kahl, Lillit Telford, Richard Kahl und Heidrum Gerresheim (BIG-Städtebau, von links).
1 von 2
Enthüllen den „Zeitstrahl“ in der Holsteiner Straße: Bürgermeister Pierre Gilgenast, Johannes Kahl, Lillit Telford, Richard Kahl und Heidrum Gerresheim (BIG-Städtebau, von links).

Granitblock in der Holsteiner Straße eingeweiht

shz.de von
08. Mai 2018, 10:05 Uhr

Rendsburg | Im nördlichen Bereich der Holsteiner Straße befindet sich seit Langem ein kleiner Gedenkstein, der daran erinnert, dass an dieser Stelle, der ehemaligen Bastion „Vinzier“, der erste Schuss im Deutsch-Dänischen Krieg im Jahr 1864 gefallen ist. Gegenüber, vor dem Haus Holsteiner Straße 24, ist jetzt das Objekt „Rendsburger Geschichte im Zeitstrahl“ eingeweiht worden. Auf dem etwa fünf Meter langen Granitquader wird die Geschichte der Stadt anschaulich dargestellt. Eingefräste Piktogramme thematisieren die Eckpunkte der Rendsburger Geschichte, beginnend im Jahr 811, als Abgesandte des fränkischen Kaisers Karl des Großen und des dänischen Königs Hemming sich auf die Eider als Grenze zwischen ihren Machtbereichen einigten.

Der Wiederaufbau der St.-Marien-Kirche nach dem Stadtbrand 1287, die letzte Pestepedemie 1712 und die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals, dem heutigen Nord-Ostsee-Kanal, sind weitere Stationen der Stadtgeschichte, die auf dem Geschichtsobjekt dargestellt sind. Auf der Oberseite des Granitblocks gibt es eine geschwungene Mulde, die den Verlauf der Eider symbolisiert und gleichzeitig als Murmelbahn bespielbar ist.

„Rendsburg hat eine reiche Stadtgeschichte mit vielen originalen Bauwerken“, betonte Bürgermeister Pierre Gilgenast. Der „Zeitstrahl“ solle die Geschichte erlebbar machen. Die Idee für das Geschichtsprojekt hatte der Landschaftsplaner Johannes Kahl. Die Gestaltung des Granitblocks übernahm seine Tochter Lillit Telford. Der „Stadthistoriker“ Alfred Gudd begleitete das Projekt inhaltlich.

„Die Altstadt ist mehr als eine Einkaufspassage“, sagte Johannes Kahl. „Hier sollen sich Menschen treffen.“ Deshalb habe er in der Holsteiner Straße Treffpunkte geschaffen wie die drehbaren Steine und den „Zeitstrahl“ mit Hinweisen auf die Rendsburger Geschichte.

Die städtebauliche Gesamtplanung „Nördliche Altstadt“ wird seit 2007 mit Städtebauförderungsmitteln unterstützt. Die Neugestaltung der Holsteiner Straße ist nach dem Umbau der Torstraße 2013 und der Schleuskuhle mit dem Bereich „nördliche Torstraße“ die dritte und letzte Stufe zur Aufwertung der öffentlichen Straßenräume in der nördlichen Altstadt. Die Arbeiten sollen Ende August abgeschlossen sein. Die Städtebauförderung unterstützte das 1,1-Millionen-Euro-Projekt mit 900 000 Euro.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen