Peppig-rockig gegen Mobbing

36 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren feierten mit ihrem Stück „Ein Engel?“ in Kropp Premiere

shz.de von
12. November 2013, 14:06 Uhr

Hella Jensen mag Musik und sie singt gerne. Also ließ sie sich vom Flyer des Kinderchors der evangelischen Kirche, in dem um neue Mitstreiter geworben wird, zum Mitmachen animieren. Den Chor kannte die Elfjährige schon, weil eine Freundin vergangenes Jahr die Hauptrolle in einem Musical des Chors gesungen hatte. Zunächst ging die Elfjährige zu den Proben und hörte nur zu, dann stieg sie selber mit ein. Dieses Jahr sang sie nun die Sabrina, eine der Hauptrollen in dem Musical „Ein Engel?“, das jetzt in der Kropper Dorfkirche aufgeführt wurde.

Hella gefällt das Singen zusammen mit den anderen Kindern und ihr gefällt, dass in dem Stück ein aktuelles Thema aufgriffen wird – Mobbing in der Schule. „Ich finde es toll, dass im Stück gezeigt wird, wie das gemobbte Mädchen sich Hilfe holen kann“, erzählt Hella.

Das Kindermusical handelt von dem Engel Angelina, der auf die Erde geschickt wird, um Sabrina zu helfen, die in der Schule von Mitschülern gemobbt wird. Der Engel hilft ihr, selbstbewusster zu werden und sich zu behaupten. Letztlich schafft Sabrina es, sich gegen die „Mobber“ zu wehren. Als eine neue Mitschülerin, die aussieht wir Engel Angelina, neben Sabrina gesetzt wird, ist sogar ein „Happy End“ in Sicht.

Den kleinen Engel Angelina spielte die zehnjährige Rike Jonas. Rike singt bereits seit ihrem vierten Lebensjahr im Kinderchor wie ihre ältere Schwester Svea, die inzwischen in den Jugendchor gewechselt ist. Dass ihre Mutter Marion Woske im Posaunenchor spielt, im Gospelchor singt und eine der Helferinnen im Hintergrund ist, findet sie „cool“.

Nur zwei Jungen spielten in dem Stück mit. Der zehnjährige Thore Förster spielte Patrick, den Anführer der „Mobber-Clique“. Privat ist er, nach eigener Aussage ein „Sandwichkind“, das heißt, er hat ein älteres und ein jüngeres Geschwisterkind. Dadurch habe er gelernt, sich mit anderen Kindern zu arrangieren. Er würde niemals selbst jemanden mobben, sagt Thore.

Die Geschichte wurde mit 16 peppig-rockigen Liedern und Rap-Beats, aber auch gefühlvollen Balladen untermalt. Dafür sorgten Michael Dzwoniarek am Schlagzeug, Markus Schäfer am Bass und Marius Brandscheidt an den Keyboards. Insgesamt 36 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren probten seit dem Frühjahr das Stück.

Text und Musik stammen aus der Feder von Christa Merle und Sonja Kitsch. Die Leiterin des Kinderchors ist Heike Branscheidt, die sich mit ihrem Mann Marius seit über zehn Jahren die Stelle des Kirchenmusikers in Kropp teilt. Beide leiten weitere Chöre. Die Kulissen hat Marius Branscheidt gemalt und Sohn Simon Branscheidt bediente das Mischpult.

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