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Landeszeitung

17. Oktober 2017 | 12:23 Uhr

Rendsburg : Paten für Asylbewerber gesucht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ehrenamtliche Mitarbeiter sollen bei der Wohnungssuche und beim Deutschlernen helfen. UTS plant weitere Integrations-Projekte.

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt stetig, die Kommunen setzen sich schon seit langem mit dem Problem der Unterkunft auseinander. Doch mit einer passenden Wohnung ist noch lange nicht alles getan, weiß Rosana Trautrims, Beraterin beim Verein Umwelt Technik und Soziales (UTS) in Rendsburg. „Die Menschen brauchen unsere Hilfe, Asylbewerber und Migranten brauchen unsere Unterstützung im Alltag. Denn wie sollen sie ohne Sprachkenntnisse in einer völlig fremden Kultur zurechtkommen?“ Aus diesem Grund hat sie gemeinsam mit dem UTS ein Patenschafts-Programm ins Leben gerufen. Jetzt sucht sie nach weiteren ehrenamtlichen Helfern.

Eine der wichtigsten Aufgaben für einen Paten ist es, beim Deutschlernen zu helfen. Denn ohne ausreichende Sprachkenntnisse sei es für Migranten unmöglich, eine Arbeit zu finden und Asylbewerber hätten kaum eine Chance, sich in die Gesellschaft zu integrieren, so die Beraterin. Die Patin Erika Schwark setzt sich mit Cipriano Ca aus dem afrikanischen Guinea Bissau bereits regelmäßig zusammen und bringt ihm Vokabeln und Grammatik bei. Er nehme zwar an einem Kursus teil, doch komme er nicht immer mit. Bisher habe er noch keine Anstellung in Rendsburg gefunden, die Sprache sei oftmals noch ein zu großes Hindernis gewesen, berichtet Rosana Trautrims.

Auch bei der Wohnungssuche führen die mangelnden Deutschkenntnisse zu Problemen. Für viele Ausländer, die nur schlechtes Deutsch sprechen, sei es fast unmöglich, eine Wohnung zu bekommen: „Einige Vermieter legen gleich auf, wenn man sich nicht richtig ausdrücken kann, viele wollen lieber deutsche Mieter“, so die Beraterin. Ist aber jemand dabei, der vermitteln kann und weiß, was beachtet werden muss, werde es viel leichter.

Das UTS lässt die Paten mit ihrer Arbeit nicht alleine. Oft suchen die Helfer das Gespräch mit den Beratern vor Ort. Ein regelmäßiges Treffen der Paten ist bereits in Planung. Denn auch sie müssen lernen, mit einer fremden Kultur umzugehen. „Das ist nicht immer einfach. Frauen in Afghanistan haben zum Beispiel nur wenige Rechte. Das vergessen die Männer nicht von einem Tag auf den anderen, wenn sie plötzlich nach Deutschland kommen. Sie verstehen noch nicht gleich, dass es hier bei uns nun mal ganz anders ist.“

22 Rendsburger engagieren sich bereits in dem Projekt für Migranten und Asylbewerber. Doch es werden noch mehr Helfer benötigt. Wer Interesse hat, als Pate zu unterstützen, kann sich bei Rosana Trautrims unter Tel. 04331-945 36 37 melden. Wer selbst nicht die Zeit hat, sich aktiv zu beteiligen, kann auch als sogenannter Integrationspate helfen. Mit einer Spende von fünf Euro im Monat werden dann Deutschkurse und weitere Projekte unterstützt. Aktuell sucht das UTS auch nach Fahrradspenden.

 

 

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