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Lornsen-Denkmal : Paradeplatz in Rendsburg: Ein Denkmal erzählt Geschichte

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Lornsen-Denkmal, das am 1. September 1878 am Paradeplatz aufgestellt und feierlich eingeweiht worden war, ist nun seit 137 Jahren Postkartenmotiv, Sehenswürdigkeit und Gruppen-Treffpunkt.

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erstellt am 28.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Rendsburg | „So etwas Stattliches und Großes hat unsere Stadt noch nie gesehen“, notierte stolz ein Chronist. Gemeint war das Lornsen-Denkmal, das am 1. September 1878 am Paradeplatz aufgestellt und feierlich eingeweiht worden war. Seit 137 Jahren ist es nun Postkartenmotiv, Sehenswürdigkeit und Gruppen-Treffpunkt.

Doch wohl nur die wenigsten wissen, wer Uwe Jens Lornsen war und dass er mehrere Monate seiner Festungshaft in Rendsburg verbrachte – erst in der Hauptwache, später im Haus Löwenstraße 6. Der junge dänische Beamte hatte es 1830 gewagt zu fordern, dass die Herzogtümer Schleswig und Holstein selbstständig und gleichberechtigt neben Dänemark gelten sollten. Prompt folgten seine Entlassung und Verhaftung.

Lornsen, der aus einer Sylter Kapitänsfamilie stammte, wanderte nach Brasilien aus, als er seine Haft abgesessen hatte und kehrte zurück, als seine Schwester schwer erkrankte. Er selber litt seelisch und nahm sich im Jahre 1838 das Leben. Einer seiner engsten Freunde, der Kieler Arzt und politische Schriftsteller Franz Hermann Hegewisch, schrieb im Nachruf: „Dein Name kann nimmer verlöschen in Schleswig-Holstein“. Ganz falsch lag er damit nicht. Später wurde Lornsen als „Befreier“ des Landes gefeiert und ihm das Denkmal gesetzt, das unter Anteilnahme von wohl 10  000 Menschen eingeweiht wurde. 8000 Mark hatte das Werk gekostet. Die Summe soll unter anderem durch eine Haussammlung zusammengekommen sein. Geschaffen hat das Denkmal der Bildhauer Heinrich Hermann Christian Möller. Dieser wurde 1835 in Altona geboren, stammte aus ärmlichen Verhältnissen und hatte sein Handwerk in Dresden gelernt. Sehr detailreich sind die drei Skulpturen-Gruppen, die unterhalb der Stele mit dem Lornsen-Kopf sitzen. Fünf Jahre arbeitete Möller an dem Denkmal, das 1982 saniert worden ist. Nach den Unterlagen der Stadt Rendsburg hat die Ausführung ein C.A. Berling übernommen, über den jedoch nichts Näheres in Erfahrung zu bringen ist. Sich die Figuren einmal näher anzusehen, lohnt sich. Die zwei jungen Frauen, die sich an den Händen halten und in Richtung Stadtpark blicken, sollen die Schwestern Schleswig und Holstein sein, die sich nicht trennen lassen. Ihre Fesseln haben sie abgeworfen. Detailreich ist auch das Mädchen dargestellt, das der Großmutter andächtig lauscht. Angeblich hat sich der Künstler Möller, der unter anderem auch ein Siegerdenkmal in Altona schuf, hier im Rock in einer der Figuren verewigt.

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