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Besuch aus Namibia : „Papageienschwarm“ trifft AfriCat

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Tammy Hoth von der afrikanischen Hilfsorganisation besuchte die Schule Aukamp in Osterrönfeld. Die namibische Stiftung setzt sich für die Rettung der Löwen ein.

von
erstellt am 13.Sep.2013 | 15:30 Uhr

Das eigentliche Zuhause des „Papageienschwarms“ ist der Regenwaldflur. Aber gestern reiste die Gruppe der Schule Aukamp nach Afrika. Ihre Reiseleiterinnen: Bärbel Memmer, ehemalige Lehrerin an der Schule, und Tammy Hoth von AfriCat. Hoth ist Mitbegründerin der Non-Profit-Organisation zur Rettung der Löwen und anderer Großkatzen in Namibia und war begeistert, wie viel die Grundschüler bereits über die Großkatzen wussten.

Bärbel Memmer aus Jevenstedt hat 2011 knapp fünf Monate in Namibia verbracht – nicht als Touristin, sondern als Helferin für das Projekt AfriCat. Sie konnte sich dann nur schwer trennen und hielt freundschaftlichen Kontakt zu der Löwen-Retterin. Die wiederum tourt regelmäßig durch Europa, um Spenden einzuwerben – dieses Mal auch im hohen Norden.

Dabei kommt ihr zugute, dass sie mit einem deutschstämmigen Mann verheiratet ist und fließend Deutsch spricht. Für beide ist AfriCat zum Lebensinhalt geworden. Die Karvita-Lodge, in der Bärbel Memmer Urlauber betreute, hat das Ehepaar verkauft. „Ich muss mich hundertprozentig um AfriCat kümmern“, sagt Tammy Hoth. Dabei ist ihr bewusst, dass der Kampf für die Rettung der Löwen ein langer ist.

Vor der Gründung der Organisation betrieben sie und ihr Mann Uwe eine Farm. In Namibia leiden viele Farmer unter den Attacken der Großkatzen (Geparden, Leoparden, Löwen) auf ihre Rinder, berichtet Tammy Hoth, und jagen die Wildtiere daher. „Sie vergiften oder erschießen sie oder stellen Fallen.“ So wurde der Löwe zwar 1996 zur geschützten Art erklärt. Aber nach letzten Schätzungen leben nur noch 600 bis 1000 der Tiere in Namibia. Tendenz abnehmend.

„Wir müssen einen Weg finden, um zusammenzuleben“, lautet die Botschaft von Tammy Hoth. Ein Schritt in diese Richtung ist die Änderung der Denkweise, erklärt die Löwen-Retterin. Das Anliegen ist eine Herzensangelegenheit, das ist spürbar. „AfriCat lehrt die Kinder, Tiere zu lieben“, lautet ein Motto ihrer Organisation. Wenn die afrikanischen Kinder wissen, wie sie ihre Rinder schützen können, ist den Großkatzen geholfen. Aber es dauert lange, bis die Kinder selbst Farmer sind. Also unterstützt AfriCat auch die Erwachsenen – zum Beispiel mit dem Bau von Kraals, afrika-typischen Ferchen für die Rinder. Alle müssen mit anpacken.

In den Kraals können die Farmer ihre Tiere in Sicherheit bringen. Aber sie werden auch gewarnt, wenn ein Löwe sich nähert. Möglich machen dies Sende-Halsbänder, die per GPS die Standortbestimmung der Tiere möglich machen. „Ein Halsband kostet umgerechnet 2500 Euro“, erklärt Tammy. Daher wirbt sie um Spenden und Sponsoren.

In den Aukamp-Schülern hat sie engagierte Unterstützer gefunden. Demnächst steht der Sponsorenlauf an: Die Schüler suchen sich Eltern oder Verwandte, die für jede gelaufene 600-Meter-Runde einen bestimmten Betrag spenden. Das Geld ist in diesem Fall für eine Löwenadoption und zur Gestaltung der Schule gedacht. Natürlich wird der Löwe nicht am Achterkamp einziehen. Er lebt mit rund 50 weiteren Findeltieren bei AfriCat. Und wenn sie einmal nach Namibia kommen, können die Kinder „ihren“ Löwen besuchen.


Vorträge

Bärbel Memmer hält Vorträge über ihre Zeit bei

AfriCat in Namibia. Kontakt: Tel. 04337/1371 oder Mail: Baerbelmemmer@aol.com

Infos

Deutsch-Namibische Gsellschaft: www.dngev.de

Die Stiftung AfriCat: www.africat.org

 

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