zur Navigation springen

Nord-Ostsee-Kanal : Pannenhilfe mit dem Schlauchboot

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Projekt „NOK - Help“ organisiert einen Abschleppdienst für in Not geratene Skipper auf dem Kanal. Jedes Jahr gibt es 50 bis 60 Havaristen.

von
erstellt am 28.Apr.2014 | 11:47 Uhr

Es ist der Albtraum eines jeden Seglers im Nord-Ostsee-Kanal: Ohne jede Vorwarnung fällt der Motor aus, der Wind droht das Sportboot gegen das Ufer oder in die Fahrrinne eines großen Schiffes zu treiben. Der Havarist benötigt technische Hilfe – schnell.

Und damit hat der Skipper ein weiteres Problem. Denn einen Pannendienst à la ADAC gibt es auf dem NOK nicht. Auch ein Seenotkreuzer ist zwischen Brunsbüttel und Kiel-Holtenau nicht stationiert. Rettung ist also nicht in Sicht. Wäre da nicht ein rotes Schlauchboot, das am Wochenende beim Regatta-Verein Rendsburg von 1888 (RVR) zu Wasser gelassen wurde. Ab dem 1. Mai ist es in Rufbereitschaft. Zum ersten Mal offiziell. „NOK - Help“ lautet der Name des fünf Meter langen, von zwei 40-PS-Motoren angetriebenen Wasserfahrzeugs. Dank Spenden und ehrenamtlicher Initiative schließt es eine Sicherheitslücke auf dem Kanal. „Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hat kein geeignetes Schiff, das in der Lage wäre, ein havariertes Sportboot abzuschleppen“, sagt Wolfgang Storm, seit 32 Jahren Vorsitzender des Regatta-Vereins Rendsburg. Lange Zeit habe man diesen Hilfsdienst als Verein unter anderem mit dem Hafenmeisterboot nebenbei erledigt, „obwohl es gar nicht unsere Aufgabe ist“, so der 68-jährige Unternehmer.

In dieser Saison gibt es „NOK - Help“ erstmals offiziell. Das vom Deutschen Motoryachtverband (DMYV) und der Sportbootvereinigung im DMYV gespendete Boot ist Teil der Alarmierungskette. Storms Angaben zufolge geraten auf dem Kanal jedes Jahr etwa 50 bis 60 Wassersportler, Segler und Motorbootfahrer in Schwierigkeiten. Tendenz steigend. Denn viele der Kapitäne seien über 60 Jahre und technisch kaum versiert. „Die wenigsten steigen noch selbst in den Maschinenraum, um ein kaputtes Teil zu wechseln“, erklärt Storm. Zudem habe die Zahl der Motorpannen bei Sportbooten zugenommen, seit Bio-Diesel als Kraftstoff verwendet werde. Ablagerungen im Sprit verdrecken Leitungen und Filter. „60 Prozent aller Havarien haben diese Ursache.“

Aus Angst, für hohe Abschleppkosten belangt zu werden, melden die wenigsten Freizeitkapitäne ihren Defekt der Kanalüberwachung. Nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung passieren jedes Jahr rund 13 000 Sportboote den Kanal. Doch nur 2,5 Havarien werden in der Behörde registriert. Der Rest spielt sich in der Grauzone ab. Ein Bereich, der durch ein rotes Boot aus Rendsburg jetzt sicherer wird.


>„NOK - Help“: Rufbereitschaft ab dem 1. Mai unter Tel. 04331/23961 (Hafenmeisterin) oder Tel. 04331/55603 (Wasserschutzpolizei).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen