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Handball-SH-Liga der Männer : Packendes Derby

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mit 35:31 hat die HSG Eider Harde das Derby in der Handball-SH-Liga bei der HSG Schülp/Westerrönfeld/RD gewonnen. Dabei hatten die Gastgeber zwischenzeitlich schon mit sechs Toren geführt.

Das Derby in der Handball-SH-Liga der Männer zwischen der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg und der HSG Eider Harde hatte am Sonnabend alles, was ein Derby haben soll: Das Niveau stimmte, beide Teams warfen alles in die Waagschale und es war vor allen Dingen spannend. Über weite Strecken der Partie war es nicht möglich, den späteren Sieger vorherzusagen, und dass letztlich die Auswärtsmannschaft mit 35:31 (16:18) gewinnen würde, glaubte zwischenzeitlich nicht einmal Eider Hardes Trainer Thomas Carstensen. „Wir waren zweimal fast schon klinisch tot. Da dachte ich, es könnte komplett in die Hose gehen“, sagte er. Am Ende schaffte sein Team es aber durch einen Kraftakt und dank des in der Schlussphase enorm stark haltenden Torhüters Gerald Dobratz, die Punkte zu gewinnen.

Die Westerrönfelder, die nach dem Rauswurf ihres Trainers Volker Paul von dem Interimsgespann Patrick Petriesas/Dennis Schrader taktisch eingestellt wurden, standen nach den Worten des HSG-Leiters Lutz Bünger mächtig unter Druck. „Die Jungs müssen zeigen, dass es am Trainer lag und nicht an ihnen“, sagte Bünger vor dem Derby. Solche klaren Schuldzuweisungen sind im Sport natürlich nur schwer möglich und es bleibt die Frage, ob der Verein Volker Paul nach seinen Erfolgen im Vorjahr damit gerecht wird. Die Spieler allerdings schienen zeigen zu wollen, dass sie mehr können, als sie in den letzten Partien erreicht haben. Sie starteten engagiert und waren so heiß, dass Thomas Carstensen auf der anderen Seite relativ schnell warm wurde. Seine 5:1-Deckung zog nämlich überhaupt nicht. „Eigentlich ist diese Formation gegen Westerrönfeld ideal, weil sie gegen die starken Halben Jens-Christian Woldt und Niklas Ranft die Mitte zustellt, aber das klappte gar nicht“, gab Carstensen zu.

So hielten die Gastgeber nach dem 5:5 mit 13:8 und 16:10 die Führung. Das war die eine heikle Phase für Carstensen und seine HSG, der er durch eine Auszeit zu entkommen versuchte. Sein Plan gelang, denn mithilfe der neu angeordneten 6:0-Formation und der Hereinnahme Georg Rohwers für den angeschlagenen Jörg Gosch sowie Jannik Oettershagens holte Eider Harde Zug um Zug auf. „Es war ganz wichtig für uns, dass der Rückstand zur Pause nicht so groß war. In der Kabine haben wir dann noch einmal die Abwehr besprochen und fuhren danach weiter gut damit“, sagte Carstensen. Westerrönfeld zog zunächst zwar von 19:19 auf 25:20 davon – die zweite kritische Phase für Eider Harde. Bis dorthin war Simon Treziak auf Seiten der Gastgeber der bessere Keeper auf dem Feld, doch was Gerald Dobratz nach dem 28:25 (45.) leistete, war kaum zu toppen. „Mit so einer Torhüterleistung kann man auch mal einen 8:0-Lauf starten. Das war spielentscheidend und einfach phänomenal, was er an Großchancen pariert hat“, lobte Carstensen. Der Westerrönfelder HSG schwammen die Felle davon, sie geriet von 28:25 mit 28:33 ins Hintertreffen. Wirklich eingreifen konnten die Westerrönfelder Trainer nicht mehr und es bleibt auch die Frage, ob es Volker Paul, Heiner Brandt oder Alfred Gislason geschafft hätten, den von Erfolgserlebnis zu Erfolgserlebnis eilenden Eider Harde-Spielern Einhalt zu gebieten.

Dass die Niederlage letztendlich mit 31:35 etwas zu hoch für die Westerrönfelder ausfiel, war nur ein Trost am Rande. Die Aufgabe für den neuen Westerrönfelder Trainer bleibt die des alten: Die Torausbeute erhöhen und klare Chancen verwerten. Thomas Carstensens Spieler taten das an diesem Tag. „Bei uns haben so viele stark gespielt. Georg Rohwer hat ganz souverän Jörg Gosch vertreten. Janek Brown warf in der Crunchtime wichtige Tore, Boris Hohnsbehn machte sein bestes Spiel unter mir als Trainer, Steffen Oeltjen ist sowieso sehr wichtig und Sven Bendixen hat vorne auch richtig gut gespielt. Dazu kommt Gerald Dobratz’ Leistung. Es war eine richtig starke Mannschaftsleistung“, freute sich Carstensen. Von Westerrönfelder Seite war am Sonntag mit etwas zeitlichem Abstand kein O-Ton zu bekommen. Offenbar hatte die Weihnachtsfeier am Abend zuvor zu viele Ressourcen gefordert, um nachmittags drauf das Spiel zu kommentieren.

HSG Schülp/Westerrönfeld/RD: Treziak, Tietjens, Henningsen – Sawatzki (2), Hartwig, Pieper (7), Woldt (6), Seehase, Cardis (2), Ranft (8), Kohnagel (3), Walder, Reick (3), Bünger.
HSG Eider Harde: Dobratz, Severin – Möller (4), Oettershagen (1), Behmer, Oeltjen (8), Hohnsbehn (7), Meyer, Ketelsen, Bendixen (5), Brown (4), Gosch (3), Rohwer (3).

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