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„Naturist“ : Osterrönfelds Nackt-Phantom gefasst

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wiederholt spazierte ein 52-jähriger Mann in den Abendstunden unbekleidet durch ein Gewerbegebiet. Die Polizei erhöhte den Ermittlungsdruck und hatte Erfolg.

Die Polizei hat den Mann ermittelt, der in Osterrönfeld als Nackt-Phantom seit November für Aufregung sorgt. Nach Angaben der Beamten handelt es sich um einen 52-jährigen Einwohner. Ihm wird vorgehalten, mehrfach im Gewerbegebiet Werner-von-Siemens-Straße unbekleidet spazierengegangen zu sein. Nach Feststellungen der Polizei war das Verhalten des Mannes jedoch nicht sexuell motiviert. In seiner Vernehmung begründete er seine Nackt-Wanderungen damit, ein „Naturist“ zu sein.

In den vergangenen viereinhalb Monaten hatte die Polizei wiederholt Hinweise auf den nackten Spaziergänger erhalten. Vor allem in den Abendstunden soll er im unbeleuchteten Gewerbegebiet unterwegs gewesen sein. Anfangs war unklar, ob es sich um tatsächliche Beobachtungen oder um Gerüchte handelt. Doch dann verdichteten sich die Hinweise. Die ersten Kommentare auf Facebook hatten einen amüsierten Unterton („Hatte ohne Witz nur Schuhe an und lief gemütlich nackt die Straße entlang“, „Springt aber auch gerne vom Bürgersteig auf fremde Grundstücke“). Später zeigten sich Bürger zunehmend erbost über die Vorgänge. Der Nackte war nach eigenen Angaben stets bemüht, keinen Kontakt zu anderen Menschen zu bekommen. Am vergangenen Montag, 14. März, gelang ihm das nicht. Er traf auf mehrere Anwohner. Fast wäre es zu einer Prügelei gekommen. Der Mann konnte fliehen.

Damit die Situation nicht weiter eskaliert, erhöhte die Polizei daraufhin den Ermittlungsdruck. „Auch deswegen, um den Mann vor sich selbst zu schützen“, so Polizeisprecher Rainer Wetzel. Die Bemühungen der Fahnder führten am Donnerstag zum Erfolg. Die Identität des bis dahin Unbekannten konnte geklärt werden. Als die Beamten den bisher nicht straffällig gewordenen Mann mit ihrem Verdacht konfrontierten, gab dieser zu, der ungewöhnliche abendliche Spaziergänger zu sein. In der Pressemitteilung der Polizei heißt es: „Dem 52-Jährigen wurden die Folgen seines Tuns verdeutlicht. Er wurde nachdrücklich angehalten, von unbekleideten Spaziergängen Abstand zu nehmen. Dafür gibt es schließlich FKK-Camps“. Unklar ist bisher, wie die Nackt-Spaziergänge strafrechtlich einzuordnen sind. In Ermittlerkreisen hält man ein Verfahren wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ für wahrscheinlich.

In Osterrönfeld hofft man, dass der Spuk nun vorbei ist. „Das hat Unruhe gegeben, aber das dürfte jetzt vorbei sein“, sagte Bürgermeister Bernd Sienknecht am Freitag auf Anfrage der Landeszeitung: „Ich bin froh, dass die Person gefasst wurde.“

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erstellt am 19.Mär.2016 | 06:00 Uhr

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