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Kosten verdoppelt : Osterrönfeld in der Klemme: Lärmschutz an B 202 wird zu teuer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eigenanteil verdoppelt sich auf 2,4 Millionen Euro. Heute tagt die Gemeindevertretung.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 10:23 Uhr

Eigentlich sollten spätestens im Juli die Aufträge für die Lärmschutzarbeiten an der B202 ausgeschrieben werden. Doch nachdem der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) vor kurzem erklärt hat, dass die Baukosten rund zweimal so hoch sein werden wie anfangs angenommen, ist die Aufregung in Osterrönfeld groß. Auf einen Teil dieser Arbeiten – nämlich die von der Gemeinde finanzierten – müssen die Anwohner nun vielleicht verzichten. „Wir sortieren uns gerade neu“, sagt Bürgermeister Bernd Sienknecht vor der heutigen Gemeindevertretersitzung (19    Uhr, Schulstraße 36).

2011 war der LBV noch von Gesamtkosten von 3,2 Millionen Euro ausgegangen. Davon hätte die Gemeinde für freiwillige Maßnahmen rund 900 000 Euro Baukosten getragen. Zusätzlich wären Unterhaltungskosten von 300  000 Euro über eine Dauer von 30 Jahren fällig geworden. Für den Rest kommt der Bund auf. Der neue Kostenvoranschlag des LBV sieht nun Gesamtkosten von rund 5,9 Millionen Euro vor. Der Anteil der Gemeinde verdoppelt sich dabei auf rund 2,4 Millionen Euro. Zu viel für Osterrönfeld. Die gestiegenen Kosten würden die Rücklage der Gemeinde auffressen, sagt Sienknecht. Die Gemeinde überlegt nun, die freiwilligen Leistungen aufzugeben. Für Osterrönfeld bedeutet das: Der Bund setzt den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Lärmschutz um. Baubeginn wird voraussichtlich im Herbst sein. Aber Arbeiten wie etwa die Erhöhung des Erdwalls an der Fehmarnstraße auf 4,50 Meter, die Lärmschutzwand im Bereich der Unterführung Achterkamp oder der Lärmschutz im nördlichen Teil der Bahnhofstraße sind freiwillige Leistungen der Gemeinde. Sie könnten jetzt auf Eis gelegt werden. „Wir müssen neu beurteilen, ob wir uns das noch leisten können“, sagt Sienknecht.

Genaue Gründe für die Kostensteigerung kennt er nicht. Detailplanungen, der Baupreisindex und die Kosten für Ständerbauwerke hätten den Preis in die Höhe schnellen lassen, heiße es beim LBV, sagt er. „Während der Planungsphase sind wir davon ausgegangen, dass die Lärmschutzwände auf den Brücken befestigt werden können“, sagt Sienknecht. Weil die Statik der Brücken das nicht trägt, müssen jetzt eigene Ständerwerke errichtet werden. An den Kosten dafür – 200  000 Euro zusätzlich – kann der Preisanstieg nicht allein liegen.

Stutzig macht ihn auch der vom LBV angeführte Punkt Stahlpreisentwicklung. „Der Stahlpreis ist in den letzten Jahren gesunken und nicht gestiegen“, sagt Sienknecht. Er hat jetzt das Ingenieurbüro, das die Gemeinde bereits bei den Planungen beraten hat, gebeten, die Zahlen des LBV kritisch gegenzulesen. Eine Chance auf den erweiterten Lärmschutz gibt aber es noch. Allerdings müsste der Bau dafür kreditfinanziert werden. Am Ende könnte darüber eine Bürgerbefragung entscheiden, sagt Sienknecht.

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