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Konzert „Orgel plus“ : Orgel und Bratsche: Instrumente, die sich vertragen

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine ungewohnte Kombination fand Gefallen des Publikums. Künstler spielten auch Werke, die im Original für andere Instrumente geschrieben wurden. Können und Sensibilität gezeigt.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 18:05 Uhr

Der Bad Bramstedter Ulf Lauenroth und der aus der Ukraine stammende Semjon Kalinowsky aus Lübeck haben es sich zur Aufgabe gemacht, die selten zu hörende Instrumenten-Kombination „Orgel und Bratsche“ im Bewusstsein des Publikums zu verankern. Beide treten seit über zehn Jahren gemeinsam auf – das merkte man auch im allerbesten Sinn im „Orgel-plus“-Konzert in der Pauluskirche.

So erlebte man eine wohltuende Bereicherung der Hörerfahrungen mit nicht nur musikhistorisch interessanten Entwicklungen. Die vermittelte Semjon Kalinowsky, der auch die Moderation übernommen hatte. Engagiert, voll konzentriert, teils auf Zehenspitzen, zeigte er mit der von Johann Baptist Schweizer 1817 gebauten Bratsche, was alles in ihr steckt. Wer gespannt war, wie sich das Instrument des Jahres mit der neuen Orgel vertragen würde, wurde von dem großen Klang des Schweizerschen Instruments nahezu überwältigt.

Die beiden Künstler hatten etwas „Unerhörtes“ geschaffen: Mit Werken des deutschen Barock, aus Italien, aus Schweden, England und der Klassik/Romantik zeigten sie große Ausdrucksmöglichkeiten dieser Instrumenten-Kombination.

Einzeln und gemeinsam wurde mit großem Verständnis und großer Tiefe außergewöhnliches Engagement hörbar. Das gilt auch für Werke, die im Original nicht für diese Instrumente komponiert waren. Wie Lauenroth die Woehl-Orgel mit Händen und Füßen spielte, zeigte Können und Sensibilität. Hier erlebte man ein feinstens abgestimmtes Duo, das sein spieltechnisches Können mit versteckter Virtuosität in den Dienst der Musik stellte. So grub sich das C-Dur-Konzert von Antonio Vivaldi tief ins Gedächtnis ein. Klang die Bratsche zusammen mit der Woehl-Orgel doch so wohltuend, dass die Erinnerung an die Originalfassung mit Geige und Orchester fast schon wie ein Angriff auf die Nervenzellen schien.

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